Polens 'Ostschild': Militär setzt auf Renaturierung für Grenzsicherung
Wichtige Fakten
- • Polen plant eine 800 km lange Grenzbefestigung ('Ostschild') an der Ostgrenze.
- • Über ein Drittel soll aus natürlichen Barrieren wie Wäldern und Mooren bestehen.
- • Das Militär drängt auf Renaturierung, um Feuchtgebiete als Verteidigungshindernis zu nutzen.
- • Umweltministerium betont auch ökologische und EU-Vorgaben bei der Renaturierung.
- • Experten kritisieren langsame Umsetzung und fordern Stopp neuer Verkehrswege in der Grenzregion.
Zusammenfassung
Polen baut eine 800 Kilometer lange Grenzbefestigung ('Ostschild') an der Ostgrenze zu Belarus und dem russischen Kaliningrader Gebiet, wobei über ein Drittel aus natürlichen Barrieren wie Wäldern, Flüssen und Mooren bestehen soll. Das Militär drängt auf die Renaturierung ganzer Landstriche, um Feuchtgebiete als schwer durchdringliche Hindernisse für potenzielle Angreifer zu nutzen, ähnlich wie in der Ukraine gezeigt.
Interessenkonflikte
Während das Verteidigungsministerium die Renaturierung als schnelle und kostengünstige Verteidigungsmaßnahme betrachtet, betont das Umweltministerium, dass auch ökologische Vorgaben der EU und Interessen der Land- und Forstwirtschaft berücksichtigt werden müssen. Experten wie der Biologe Michał Żmihorski kritisieren, dass die Planung zu langsam voranschreitet und fordern einen sofortigen Stopp des Ausbaus von Verkehrswegen in der Grenzregion, da diese die Wirksamkeit natürlicher Barrieren untergraben könnten.
Umsetzung und Perspektiven
Bisher wurden 60 Kilometer des 'Ostschilds' erschlossen, mit 200 weiteren Kilometern für dieses Jahr geplant. Ein Mentalitätswechsel sei nötig, um die Natur optimal in die Verteidigung zu integrieren, wobei Bewohner der Grenzregion über fehlende Umsiedlungen beruhigt und Tourismus als potenzieller Vorteil genannt wird.
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