Preisschock bei den Tafeln: Steigende Kosten bedrohen Hilfe für Bedürftige
Wichtige Fakten
- • Sprit- und Lebensmittelpreise steigen stark, Iran-Krieg treibt Inflation.
- • Tafel Ludwigshafen zahlt nun 100 statt 70 Euro pro Tankfüllung.
- • Stromkosten der Tafel steigen von 10.000 auf bis zu 13.000 Euro jährlich.
- • Bundesweit haben 25% der Tafeln Aufnahmestopps oder Wartelisten.
- • Lebensmittelhandel spendet weniger, da Eigenkalkulation effizienter wird.
Steigende Sprit- und Lebensmittelpreise, ausgelöst durch den Iran-Krieg, treiben die Inflation und setzen die Tafeln in Deutschland massiv unter Druck. In Ludwigshafen berichtet der Vorsitzende Jürgen Hundemer von drastisch gestiegenen Betriebskosten: Der Dieselpreis pro Tankfüllung stieg von 70 auf 100 Euro, die jährlichen Stromkosten von 10.000 auf bis zu 13.000 Euro.
Die Tafel leidet zudem unter rückläufigen Spenden des Lebensmittelhandels, der aufgrund gestiegener Preise seine Waren lieber reduziert verkauft statt zu spenden. Helferin Christa Pflock beklagt vor allem knappes Obst und Gemüse. Kunden wie Ramona berichten, dass sie für dasselbe Geld ein Drittel weniger Lebensmittel erhalte.
Der Dachverband der Tafeln sieht eine bundesweite Kostenlawine: Bundesweit haben bereits rund ein Viertel der über 970 Tafeln Aufnahmestopps oder Wartelisten. Allein die Tafel Ludwigshafen versorgt 3.000 Menschen, führt aber eine lange Warteliste. Vorsitzender Andreas Steppuhn fordert von der Bundesregierung strukturelle Sozialpolitik statt kurzfristiger Tankrabatte, da die steigenden Lebenshaltungskosten auch Menschen mit vormals ausreichendem Einkommen unter Druck setzen.
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