Produktivitätskrise in Deutschland: Zu viel Bürokratie, zu wenig Innovation
Wichtige Fakten
- • Produktivitätswachstum fiel von 2% auf 0,3% jährlich.
- • IW-Studie: Mangel an Digitalisierung und Fachkräften.
- • Commerzbank: Bürokratie und Berichtspflichten bremsen Wachstum.
- • Stiftung Familienunternehmen: Investitionsbedingungen drittletzt von 21 OECD-Ländern.
Wachsende Produktivitätslücke
Deutschland verzeichnet ein deutlich geringeres Produktivitätswachstum: Von rund zwei Prozent jährlich in den 1980er- und 1990er-Jahren sank es in den letzten sechs Jahren auf durchschnittlich 0,3 Prozent. Diese Stagnation gefährdet den Wohlstand des Landes.
Ursachen im Detail
Christian Kestermann vom IW Köln nennt drei zentrale Gründe: Die Digitalisierung bringe nicht die erhofften Fortschritte, der demografische Wandel führe zu Fachkräftemangel und Unternehmen horteten Personal, und es werde zu wenig in neue Maschinen, Anlagen und Infrastruktur investiert.
Bürokratie als Wachstumsbremse
Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, kritisiert die überbordende Bürokratie. Der staatliche Sektor wachse vor allem durch Berichtspflichten und Beauftragte, was unproduktive Arbeitsplätze schaffe. Rainer Kirchdörfer von der Stiftung Familienunternehmen betont, dass Mitarbeiter nicht faul seien, sondern mit sinnlosen Aufgaben beschäftigt würden.
Handlungsbedarf und Lösungsansätze
Um wieder wachstumsfreundlicher zu werden, fordert die Studie mehr Digitalisierung, den Einsatz Künstlicher Intelligenz und höhere Investitionen. Deutschland rangiert in einem OECD-Vergleich zur Investitionsfreundlichkeit nur auf dem drittletzten Platz.
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