Rassismus behinderte Polizeiuntersuchung zum Tod eines indigenen Teenagers 1988 in Australien
Wichtige Fakten
- • Leiche des 17-jährigen Gomeroi-Jungen Mark Haines 1988 auf Bahngleisen gefunden.
- • Polizei ging zunächst von Suizid aus, Leiche und Fahrzeug wurden nicht forensisch untersucht.
- • Coroner Harriet Grahame bezeichnete die Untersuchung als rassistisch behindert und fehlerhaft.
- • Tod wurde für verdächtig erklärt, kein Durchbruch für die Familie.
- • Fall wird an die ungeklärte Mordkommission von NSW verwiesen.
Hintergrund des Falls
Der Körper des 17-jährigen indigenen Teenagers Mark Haines wurde am 16. Januar 1988 auf Bahngleisen in der Nähe von Tamworth, New South Wales, entdeckt, zusammen mit einem gestohlenen Auto. Die Polizei schloss sofort auf Suizid, obwohl die Leiche keine typischen Anzeichen einer Selbsttötung aufwies. Haines' Familie zweifelte an dieser Version und vermutete Fremdeinwirkung, insbesondere vor dem Hintergrund weit verbreiteten Rassismus in der Region.
Die Erkenntnisse des Coroners
Coroner Harriet Grahame befand die polizeilichen Ermittlungen als durch und durch fehlerhaft: Der Tatort wurde nicht forensisch untersucht, die Leiche rasch entfernt und das Auto ungeprüft freigegeben. Zudem herrschte laut Grahame eine todesunwürdige, von Rassismus geprägte Einstellung vor. Der Ermittler bezeichnete den Tod nun als verdächtig und verwies den Fall an die ungeklärte Mordkommission der NSW-Polizei.
Reaktionen und Konsequenzen
Die Familie von Mark Haines, insbesondere sein Onkel Don Craigie, der jahrelang für eine Wiederaufnahme des Falls kämpfte, zeigte sich erleichtert über die offizielle Anerkennung von rassistischen Ermittlungslücken. Der Fall zeigt deutlich, wie tiefsitzende Vorurteile die Strafjustizsysteme hinsichtlich indigener Gemeinschaften noch immer prägen können.
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