Razzia gegen Briefkastenfirmen in deutschen Steueroasen
Wichtige Fakten
- • Über 100 Beamte durchsuchten Gebäude in Monheim und Leverkusen (WDR).
- • Ein Dienstleister soll über 100 Scheinfirmensitze angeboten haben.
- • Monheim und Leverkusen haben Gewerbesteuer-Hebesätze von 250 Prozent.
- • Bundesregierung hob Mindeststeuersatz auf 280 Prozent (ab 2027).
Razzia in Steueroasen
Die Steuerfahndung hat mit über 100 Beamten Gebäude in Nordrhein-Westfalen und Bayern durchsucht. Ein Dienstleister steht im Verdacht, mehr als 100 Unternehmen einen Scheinsitz ermöglicht zu haben – Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Die Durchsuchungen fanden in Monheim und Leverkusen statt, zwei Kommunen mit einem Gewerbesteuer-Hebesatz von nur 250 Prozent, weit unter dem bundesweiten Durchschnitt von 405 Prozent. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf kann wegen des Steuergeheimnisses keine weiteren Angaben machen.
Problem der Steueroasen
Es ist nicht illegal, sich in Gemeinden mit niedrigen Steuern anzusiedeln. Strafbar wird es, wenn Unternehmen dort nur Briefkästen unterhalten, aber die Arbeit woanders verrichten. Den Kommunen, in denen die tatsächliche Produktion stattfindet, entgehen so Steuereinnahmen. Um dies zu erschweren, hat die Bundesregierung einen Mindeststeuersatz von 280 Prozent beschlossen, der ab 2027 in Kraft treten soll. Dies würde den Kommunen jährlich 200 Millionen Euro mehr bringen.
Die Razzia könnte für viele Kunden in ganz Deutschland Konsequenzen haben – sowohl für die Unternehmen, denen Ermittlungen drohen, als auch für die Kommunen, die offenbar nichts gegen die Briefkastenfirmen unternommen haben. Die Stadt Monheim hat bislang nicht Stellung genommen.
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