Razzien nach Stromnetz-Anschlag: Ermittlungen gegen vier Personen dauern an
Wichtige Fakten
- • Razzien in 17 Objekten in Berlin und anderen Bundesländern mit 500 Einsatzkräften
- • Ermittlungen gegen vier Personen (28-35 Jahre) wegen verfassungsfeindlicher Sabotage und Brandstiftung
- • Brandanschlag in Adlershof betraf 50.000 Haushalte mit 60-stündigem Stromausfall im September 2025
- • Polizei sicherte Mobiltelefone, Laptops und Unterlagen als Beweismittel bei Durchsuchungen
- • Innensenatorin Spranger und Bundesinnenminister Dobrindt betonen hohe Priorität der Ermittlungen
Ermittlungen nach Stromnetz-Anschlag
In Berlin laufen seit Dienstag umfangreiche Razzien im Zusammenhang mit dem Brandanschlag auf das Stromnetz in Adlershof im September 2025. Die Durchsuchungen fanden in mehreren Berliner Stadtteilen wie Wedding, Prenzlauer Berg, Neukölln und Kreuzberg sowie in anderen Bundesländern statt. Insgesamt wurden 17 Objekte von etwa 500 Einsatzkräften untersucht, davon 14 in Berlin und weitere im brandenburgischen Kyritz, in Hamburg und in Nordrhein-Westfalen. Die Ermittlungen richten sich gegen vier Personen im Alter zwischen 28 und 35 Jahren, bei denen es sich nach DPA-Informationen um zwei Männer und zwei Frauen handelt; Festnahmen erfolgten jedoch nicht.
Hintergrund und Auswirkungen
Der Anschlag in Berlin-Johannisthal führte zu einem Stromausfall, der etwa 50.000 Haushalte und 2.000 Gewerbe in Adlershof betraf und rund 60 Stunden dauerte. Bis zu einem weiteren Anschlag im Januar 2026 in Lichterfelde war dies der längste Stromausfall in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg. Bei einigen betroffenen Firmen werden die Schäden auf 30 bis 70 Millionen Euro geschätzt.
Ermittlungsstand und Reaktionen
Die Ermittlungen umfassen den Verdacht der verfassungsfeindlichen Sabotage, Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie Brandstiftung. Bei den Razzien wurden umfangreiche Beweismittel sichergestellt, darunter Mobiltelefone, Laptops, Unterlagen und weitere Geräte, die nun gesichtet und ausgewertet werden. Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) betonte, dass die Sicherheitsbehörden jeden Hinweis mit höchster Priorität verfolgen und entschlossen handeln, um die Hintergründe des Angriffs aufzuklären. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte, dass die linksextremistische Szene seit den Anschlägen genau beobachtet werde und die Ermittlungen zu dem Anschlag im Januar 2026 intensiv fortgesetzt werden. Die Auswertung der Beweismittel dauert an.
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