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Wirtschaft 20.02.2026, 08:33 Aktualisiert: 20.02.2026, 10:04

Rekordüberschuss in britischen Staatsfinanzen: 30,4 Milliarden Pfund im Januar 2026

Der Überschuss von 30,4 Mrd. £ im Januar 2026 ist der höchste seit Aufzeichnungsbeginn 1993.

Wichtige Fakten

  • Der Überschuss von 30,4 Mrd. £ im Januar 2026 ist der höchste seit Aufzeichnungsbeginn 1993.
  • Kapitalertragssteuern brachten 17 Mrd. £ ein, fast 7 Mrd. £ mehr als im Vorjahr.
  • Die Staatsverschuldung liegt bei 92,9 % des BIP, ein Niveau wie in den 1960er Jahren.
  • Jeder zehnte Pfund Staatsausgaben fließt in Zinszahlungen für die Schulden.
  • Der Einzelhandel verzeichnete im Januar ein Umsatzplus von 1,8 %.

Rekordüberschuss im Januar

Die britischen Staatsfinanzen verzeichneten im Januar 2026 einen Rekordüberschuss von 30,4 Milliarden Pfund, den höchsten Wert seit Beginn der monatlichen Aufzeichnungen im Jahr 1993. Dieser Überschuss, der die Differenz zwischen Steuereinnahmen und Staatsausgaben darstellt, wurde hauptsächlich durch gestiegene Einnahmen aus Kapitalertragssteuern (17 Milliarden Pfund) und Selbstveranlagungssteuern (29,4 Milliarden Pfund) getrieben. Die Einnahmen lagen deutlich über den Prognosen von Analysten, die einen Überschuss von etwa 24 Milliarden Pfund erwartet hatten.

Hintergrund und wirtschaftliche Einordnung

Der Überschuss markiert einen starken Kontrast zum Defizit von 11,6 Milliarden Pfund im Dezember 2025. Die gestiegenen Steuereinnahmen werden teilweise auf eine erwartete Erhöhung der Kapitalertragssteuer zurückgeführt, die viele Anleger zu vorzeitigen Veräußerungen von Vermögenswerten veranlasste. Zudem sorgt das seit 2022 eingefrorene Einkommensteuerniveau dafür, dass mehr Bürger durch Inflation in höhere Steuerklassen rutschen. Trotz des Rekordüberschusses bleibt die Gesamtverschuldung hoch: Die Schuldenquote lag Ende Januar bei 92,9 % des Bruttoinlandsprodukts, ein Niveau, das zuletzt in den frühen 1960er Jahren erreicht wurde.

Wirtschaftliche Perspektiven und Herausforderungen

Parallel zum Rekordüberschuss stieg der Einzelhandelsumsatz im Januar um 1,8 %, getrieben durch starke Nachfrage nach Sportnahrung und Schmuck. Ökonomen wie Paul Dales von Capital Economics sehen darin ein Zeichen für eine robustere Wirtschaft zu Jahresbeginn. Allerdings warnen Experten vor einer nachhaltigen Schwäche: Die Staatsverschuldung bleibt hoch, und ein Zehntel der Staatsausgaben fließt in Zinszahlungen. Zudem könnte der Einzelhandelsboom durch temporäre Faktoren wie Neujahrsvorsätze getrieben sein. Finanzministerin Rachel Reeves will die Verschuldung bis 2030/31 mehr als halbieren, um Mittel für Polizei, Schulen und das Gesundheitssystem freizusetzen.

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