Rentenpaket: Debatte um „Rente mit 63“ spitzt sich zu
Wichtige Fakten
- • Ost-CDU fordert Übergangsregeln für Rente mit 63, sonst Blockade im Bundesrat.
- • DIW: Abschaffung spart zehn Milliarden Euro pro Rentnerjahrgang.
- • SPD erwägt Härtefallregelung für Schichtarbeiter und Vertrauensschutz für Ältere.
- • Linke fordert Ausweitung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren.
- • Rentenkommission empfiehlt Koppelung des Renteneintrittsalters an die Lebenserwartung.
Kritik aus Ostdeutschland
Die Regierungschefs von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen – Michael Kretschmer, Sven Schulze und Mario Voigt – pochen auf Nachbesserungen am Rentenpaket. In einem gemeinsamen Papier fordern sie, die Besonderheiten Ostdeutschlands stärker zu berücksichtigen, da dort überdurchschnittlich viele Menschen 45 Beitragsjahre erreichen. Ohne Übergangsregeln drohen sie mit einer Blockade im Bundesrat. Unterstützung kommt von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und der saarländischen Regierungschefin Anke Rehlinger.
Warnungen vor Aufschnüren
CDU-Politiker Pascal Reddig und CSU-Chef Markus Söder warnen davor, das Gesamtpaket aufzuschnüren, da die Reformvorschläge eng verzahnt seien. Auch DIW-Präsident Marcel Fratzscher hält die Abschaffung der „Rente mit 63“ für unverzichtbar: Ohne sie sei die Rentenreform „tot“, so Fratzscher. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas zeigt sich gesprächsbereit, betont aber den Koalitionskompromiss. Die SPD erwägt Härtefallregelungen, etwa für langjährige Schichtarbeiter und Vertrauensschutz für ältere Jahrgänge.
Datenlage
Aktuell können Menschen mit 45 Versicherungsjahren abschlagsfrei früher in Rente gehen, wobei die Altersgrenze schrittweise auf 65 Jahre steigt. Im Osten nutzten 2025 32,8 Prozent diese Möglichkeit, im Westen 28 Prozent. Die Abschaffung würde pro Jahrgang rund zehn Milliarden Euro einsparen. Die parlamentarische Beratung soll nach der Sommerpause im September starten.
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