Rhein auf Rekordtief: Europa kämpft mit Niedrigwasser
Wichtige Fakten
- • Rheinpegel in Kaub erreicht Rekordtief von 18 cm.
- • Binnenschiffe können nur noch zu 20 % beladen werden.
- • Donau und Po ebenfalls von Rekordtiefständen betroffen.
- • 30 % der Frachtkosten am Rhein sind gestiegen.
- • Wirtschaftsleistung könnte um 0,1-0,2 % sinken.
Rekordtief am Rhein
Der Rhein erreicht in dieser Woche historisch niedrige Wasserstände. An der wichtigen Engstelle Kaub soll der Pegel laut Prognosen auf 18 Zentimeter fallen – das wäre ein neuer Rekord unter dem bisherigen Tiefststand von 25 Zentimetern aus dem Jahr 2018. Ausbleibende Regenfälle und hohe Temperaturen gelten als Hauptgründe. Auch andere Flüsse wie Donau und Po sind stark betroffen.
Wirtschaftliche Folgen
Die Pegelstände machen der Schifffahrt schwer zu schaffen. Binnenschiffe können oft nur noch zu 20 Prozent beladen werden, was die Transportkosten drastisch erhöht. Ein Händler berichtet von 145 bis 150 Euro pro Tonne für Tankschiffe von Rotterdam nach Karlsruhe, statt 45 Euro Ende Juni. Der Rhein ist entscheidend für den Transport von Gütern wie Getreide, Kohle und Öl. Ökonomen warnen, dass die deutsche Wirtschaftsleistung im dritten Quartal um 0,1 bis 0,2 Prozent sinken könnte.
Politische Reaktionen
Bundesverkehrsminister Bilger lädt für Donnerstag zu einer Niedrigwasser-Konferenz nach Bonn ein. Es sollen kurz- und langfristige Maßnahmen besprochen werden, etwa die Umrüstung von Schiffen oder die Verbesserung von Vorhersagen. Ein Aktionsplan Niedrigwasser und Informationssysteme existieren bereits seit 2022. Bisher wurden 10,5 Millionen Euro an staatlichen Hilfen für die Umrüstung bereitgestellt.
Auswirkungen über Deutschland hinaus
Die Trockenheit betrifft fast ganz Europa. Die Donau verzeichnet die niedrigsten Wasserstände seit 30 Jahren, was das Atomkraftwerk in Ungarn an den Rand des Abstellens bringt. In Rumänien und Serbien wurden sogar Kraftwerke gedrosselt oder explosive Sprengungen am Flussbett durchgeführt. Auch in Italien ist der Po auf ein historisches Tief gefallen, mit Folgen für Landwirtschaft und Trinkwasser. Die EU-Beobachtungsstelle warnt vor stabiler, kritischer Dürre in weiten Teilen Europas.
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