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Wirtschaft 14.08.2026, 14:01 Aktualisiert: 14.08.2026, 15:03

Rhein-Niedrigwasser: Kampf um 20 Zentimeter Fahrrinne

Pegel bei Kaub fällt auf etwa 8 Zentimeter.

Wichtige Fakten

  • Pegel bei Kaub fällt auf etwa 8 Zentimeter.
  • Rheinvertiefung Bauprojekt seit den 1990er-Jahren im Bundesverkehrswegeplan.
  • Ausbau kostet rund 200 Millionen Euro.
  • Bereits in den 1970er-Jahren wurden erste Sprengungen durchgeführt.
  • Ziel: durchgehende Fahrrinnentiefe von 2,10 Metern statt bislang nur 1,90 Metern.

Aktuelle Lage: Kritischer Pegel und wirtschaftliche Folgen

Der Rhein, eine der wichtigsten Wasserstraßen Europas, führt derart wenig Wasser, dass bei Kaub der Pegel auf nur noch 8 Zentimeter gefallen ist – normal sind über zwei Meter. Für die Binnenschifffahrt bedeutet das massive Einschränkungen: Viele Güter kommen nicht mehr durch, Unternehmen wie die Spezialchemiefirma Budenheim bei Mainz müssen auf teuren LKW-Transport umstellen, was zu Mehrkosten im sechsstelligen Bereich führt. Die Lage spitzt sich zu, und es droht eine faktische Zweiteilung des Flusses, die die Versorgungssicherheit vom Süden bis zu den Nordseehäfen gefährden könnte.

Forderungen nach Ausbau: Politik und Wirtschaft ziehen an einem Strang

Angesichts der Energiekrise und wiederkehrender Niedrigwasserphasen fordern Politiker und Wirtschaft nun verstärkt den Ausbau der Fahrrinne. Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsminister Michael Ebling (SPD) fordert mehr Tempo: „Wer jetzt den Gong noch nicht gehört hat, der hat viel im Leben verpasst.“ Das Projekt „Engpassbeseitigung Mittelrhein“ soll an mehreren Engstellen wie dem Jungferngrund bei Oberwesel die Fahrrinne von 1,90 auf 2,10 Meter vertiefen, um Schiffe auch bei niedrigen Wasserständen durchlässiger zu machen.

Hürden und Kritik

Obwohl die technischen Maßnahmen – wie das Baggern von Kies oder das Sägen von Felsen – machbar wären, ziehen sich Planung und Genehmigung jahrzehntelang hin. Verantwortlich sind das komplexe Planfeststellungsverfahren, hohe Umweltauflagen und nicht zuletzt der Fachkräftemangel bei der zuständigen Behörde. Das Naturschutzzentrum des NABU warnt zudem, dass eine Vertiefung langfristig nicht gegen die Folgen des Klimawandels helfen werde, da der Rhein künftig im Sommer noch weniger Wasser führen dürfte. Kritiker fordern, stattdessen alternative Schifffahrtskonzepte zu entwickeln.

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