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Russlands Wirtschaft in der Krise: Steigende Preise und Kriegsangst trüben die Stimmung
Mehrwertsteuererhöhung von 20 auf 22 Prozent belastet kleine Betriebe.
Wichtige Fakten
- • Mehrwertsteuererhöhung von 20 auf 22 Prozent belastet kleine Betriebe.
- • Zivile Wirtschaft stagniert, militärbezogene Wirtschaft wächst.
- • 70 russische Regionen schlossen 2025 mit Haushaltsdefizit ab.
- • Ukrainische Drohnenangriffe auf Energieinfrastruktur erhöhen Haushaltsdefizit.
- • Inflation und Krieg als drängendste Probleme laut Lewada-Umfrage.
Wirtschaftliche Belastungen für kleine Unternehmen und Verbraucher
Das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg sollte Optimismus für eine stabile Zukunft verbreiten, doch viele Russen erleben eine andere Realität. Unternehmer wie Kirill in Moskau kämpfen mit explodierenden Mieten und steigenden Kosten: Nach sechs Jahren muss er sein Café im Luxusviertel schließen. Die Mehrwertsteuer wurde von 20 auf 22 Prozent erhöht, und seit Jahresanfang zahlen auch kleine Betriebe neue Abgaben. Die Ernährungspreise steigen, Löhne wachsen kaum. Die Wirtschaftsgeografin Natalia Subarewitsch nennt 2026 ein Jahr, das für kleine Unternehmen sehr schlecht sei.Zweigeteilte Wirtschaft: Milch und Honig für Rüstungsindustrie, Krise für Zivilsektor
Die russische Wirtschaft spaltet sich: Während Beschäftigte der militärbezogenen Wirtschaft gut verdienen, leidet der zivile Sektor. Subarewitsch berichtet, dass 2025 70 Regionen mit Haushaltsdefizit abschlossen, in einigen betrug es 20 bis 25 Prozent. Die Regionen zahlen hohe Summen für Vertragssoldaten. Hinzu kommen ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien, die die Gewinne der Ölkonzerne schmälern und die Steuereinnahmen des Staates reduzieren, wie der Ökonom Igor Lipsits im Exil erklärt.Zukunftsängste in der Bevölkerung
Die Unsicherheit über den Krieg und die Wirtschaft grassiert. Laut Denis Wolkow vom Lewada-Zentrum sind Inflation, der Kriegseinsatz („Spezialoperation“) und Korruption die drängendsten Probleme. Besucher eines Nachbarschaftsfestes in einer Brotfabrik in Moskau wie der Unternehmer Andrej empfinden die Ungewissheit als belastend. Café-Besitzer Kirill, der seinen Laden schließt, bringt die Stimmung auf den Punkt: In Russland herrsche Fatalismus – „Es kommt so, wie es kommt.“Das könnte Sie auch interessieren
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