Schattenflotte: Jedes dritte Schiff ohne korrekte Flagge
Wichtige Fakten
- • Über 500 von 1.400 untersuchten Schattenflotten-Tankern haben keine korrekte Flagge.
- • Schiffe ohne Flagge können nach internationalem Seerecht gestoppt werden.
- • Die EU arbeitet an einem Code of Practice für den Umgang mit der Schattenflotte.
- • Deutsche Bundespolizei hat bereits Schattenflotten-Schiffen die Durchfahrt verwehrt.
- • Russland nutzt die Flotte, um Ölsanktionen zu umgehen und Kriegseinnahmen zu generieren.
Schattenflotte ohne Flagge
Eine internationale Recherche von NDR, WDR und SZ zeigt, dass fast jedes dritte Schiff der sogenannten Schattenflotte, insgesamt über 500 Tanker, keine korrekte National-Flagge besitzt. Diese Schattenflotte wird hauptsächlich von Russland genutzt, um Ölsanktionen zu umgehen und Kriegseinnahmen zu generieren, operiert aber auch in Ländern wie Iran und Venezuela. Nach internationalem Seerecht könnten solche staatenlosen Schiffe ohne Weiteres gestoppt werden, doch die EU-Staaten zögern bisher mit konsequentem Vorgehen.
Risiken und Gegenmaßnahmen
Die Schattenflotte stellt nicht nur ein wirtschaftliches, sondern auch ein Sicherheitsrisiko dar, da Schiffe im Verdacht stehen, für Sabotage- und Spionagehandlungen eingesetzt zu werden, wie Vorfälle mit zerstörten Unterwasserkabeln in der Ostsee zeigen. In jüngster Zeit haben einige Staaten wie die USA, Frankreich und Deutschland begonnen, Schiffe aufgrund fehlender Flaggen festzusetzen oder die Durchfahrt zu verwehren. Die EU arbeitet derzeit an einem Code of Practice, der den Umgang mit der Schattenflotte regeln soll, doch die Abstimmung dazu ist noch im Gange.
Herausforderungen und Forderungen
Die Zurückhaltung westlicher Staaten wird auf Sorge vor russischen Gegenmaßnahmen zurückgeführt, da viele Tanker von bewaffneten Kräften oder sogar russischen Kriegsschiffen geschützt werden. Politiker wie Thomas Röwekamp (CDU) fordern ein härteres Vorgehen und die Nutzung der Kontrollmöglichkeiten bei falschen Flaggen. Angesichts der geografischen Nähe zu russischen Ölhäfen sind EU-Gewässer besonders betroffen, mit Dutzenden Problem-Tankern, die regelmäßig passieren.
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