Schutzstatus von Syrern in Deutschland wird zunehmend aberkannt
Wichtige Fakten
- • 23,2% der BAMF-Überprüfungen im 1. Halbjahr 2026 endeten mit Widerruf oder Rücknahme.
- • Die Quote war 2025 bei 3,7%, 2024 bei 3,1%.
- • BAMF weitete Prüfungen auf Geflüchtete aus, die nicht besonders schutzbedürftig sind.
- • Ablehnungsquote neuer Asylanträge von Syrern liegt bei 68,6%.
- • Abschiebungen nach Syrien sind selten: nur drei im ersten Halbjahr 2026.
Hintergrund
Nach dem Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024 überprüft das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) den Schutzstatus vieler Syrer. Im ersten Halbjahr 2026 verloren 23,2 Prozent der 8.320 überprüften Syrer ihren Status – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren (2025: 3,7%, 2024: 3,1%). Betroffen sind vor allem Menschen mit Flüchtlingseigenschaft oder subsidiärem Schutz. Nach Angaben der Bundesregierung wird die Aberkennung schrittweise ausgeweitet.
Neue Kriterien
Seit Mitte Juni werden auch Personen überprüft, deren Asylverfahren länger als 21 Monate dauern oder die als nicht besonders schutzbedürftig gelten. Voraussetzung für den Widerruf ist eine grundlegende Änderung der Lage in Syrien. Die Sicherheitslage bleibt angespannt, viele Flüchtlinge sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Familiennachzug und Abschiebungen sind weiterhin kaum möglich.
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