Schweiz lehnt Bevölkerungsdeckel deutlich ab
Wichtige Fakten
- • 55% stimmten gegen die Begrenzung, 45% dafür.
- • SVP-Initiative wollte Einwohnerzahl auf unter 10 Millionen begrenzen.
- • Bevölkerungswachstum von 7,3 auf 9,1 Millionen seit 2002.
- • Gegner warnten vor Konsequenzen für Wirtschaft und EU-Beziehungen.
- • Wirtschaftsverbände und Regierung lehnten die Initiative ab.
Abstimmungsergebnis: Klare Ablehnung des Bevölkerungsdeckels
Die Schweiz hat die umstrittene "Nachhaltigkeitsinitiative" der rechtspopulistischen SVP mit 55% Nein-Stimmen deutlich abgelehnt, wie Hochrechnungen zeigen. Nur 45% befürworteten die Begrenzung der Einwohnerzahl auf unter zehn Millionen. Beobachter hatten mit einem knapperen Ausgang gerechnet. Eine große Mobilisierung in den Städten, besonders im französischsprachigen Teil, trug wesentlich zum Nein bei.
Quelle: tagesschau, BBC, Zweitquelle: Volksabstimmung Juni 2026
Erleichterung bei Gegnern und Wirtschaft
Co-Chef der Sozialdemokraten Cédric Wermuth zeigte sich erleichtert und kritisierte die "andauernde Spalterei" der SVP. Wirtschaftsverbände wie economiesuisse sowie die Regierung hatten vor schwerwiegenden Folgen für das Verhältnis zur EU und den Schweizer Arbeitsmarkt gewarnt, sollte das Personenfreizügigkeitsabkommen aufgekündigt werden müssen. Der Arbeitsmarkt, insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Tourismus, ist stark auf ausländische Fachkräfte angewiesen.
Quelle: tagesschau, BBC
SVP argumentierte trotzdem vergeblich
Die SVP hatte diesmal bewusst nicht mit kulturellen Ängsten, sondern mit Nachhaltigkeit und Lebensqualität im Inland geworben und Probleme wie Mieten und Staus mit der Zuwanderung verknüpft. Prominente Stimmen wie der Politologe Claude Longchamp sahen darin jedoch den "Traum von der Schweiz ohne Wirtschaftsintegration" schüren. Am Ende genügte das Argument der Fachkräfte und Exportabhängigkeit, um eine Mehrheit zu überzeugen.
Quelle: tagesschau, BBC
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