Siebenschläfer: Bauernregel als Wettervorhersage unzuverlässig
Wichtige Fakten
- • Die Bauernregel trifft in 57 von 100 Sommern zu.
- • Höchste Trefferquote in Potsdam, Jena, Berlin-Tempelhof (60-70 %).
- • Bei Regen funktioniert die Regel kaum.
- • Klimawandel macht Hitzewellen wärmer, aber nicht Regel treffsicherer.
Siebenschläfertag – Mythos oder Wahrheit?
Der 27. Juni ist traditionell der Siebenschläfertag, der einer Bauernregel zufolge das Wetter der nächsten sieben Wochen bestimmen soll. Tatsächlich ist die Regel aber nur bedingt zuverlässig. Klimaforscher Sebastian Sippel von der Universität Leipzig betont, dass es sich nicht um eine Vorhersage handelt, sondern nur um einen statistischen Zusammenhang. Eine KI-gestützte Auswertung des MDR zeigt, dass die Regel in 57 von 100 Sommern zutrifft – nur knapp über Zufallsniveau.
Regionale und zeitliche Unterschiede
Die Trefferquote variiert stark: In Potsdam, Jena und Berlin-Tempelhof liegt sie bei 60-70 Prozent, in Trier und Mannheim nahe Zufall, auf Sylt sogar darunter. Interessanterweise traf die Regel im 19. Jahrhundert in bis zu 70 Prozent der Fälle zu, sank dann auf Zufallsniveau und stieg nach 1930 wieder. Bei sonnigem Hochdruckwetter ist die Trefferquote am höchsten, bei Regen dagegen kaum messbar.
Klimawandel und Siebenschläferregel
Der Klimawandel führt zu mehr Hitzewellen, aber lässt sich nicht eindeutig mit der steigenden Treffsicherheit der Siebenschläferregel verbinden. Die Attributionsforschung hat hier noch keine klaren Antworten. Fest steht: Die Zahl klimawandelbedingter Hitzewellen wird möglicherweise unterschätzt. Sippel empfiehlt der Gesellschaft, sich anzupassen und besonders gefährdete Gruppen zu schützen – notfalls mit einem Rückzug in kühle Höhlen, wie die Namensgeber der Regel.
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