Singapur führt Stockschläge gegen Mobbing ein
Wichtige Fakten
- • Mobbing-Fälle an Schulen in Singapur nehmen zu.
- • Ab 2025 drohen wiederholten Tätern bis zu 3 Stockschläge.
- • Mädchen sind von der Körperstrafe ausgenommen.
- • Prävention: Rollenspiele und bessere Online-Meldemöglichkeiten.
- • Eltern sollen enger eingebunden werden.
Hintergrund der neuen Maßnahmen
Singapur reagiert auf zunehmende Mobbing-Fälle an Schulen mit einem Bündel aus härteren Strafen und verstärkter Prävention. Anlass war ein virales Video, das einen schweren Mobbingvorfall zeigte, sowie eine einjährige Untersuchung des Bildungsministeriums, die einen Anstieg der Mobbing-Vorfälle in den letzten fünf Jahren belegte. Bildungsminister Desmond Lee kündigte an, dass die Regeln an allen öffentlichen Schulen vereinheitlicht werden. Ab dem kommenden Jahr drohen bei wiederholtem Mobbing bis zu 14 Tage Nachsitzen, Schulverweise und sogar bis zu drei Schläge mit dem Stock. Diese Prügelstrafe ist jedoch auf Jungen ab der 5. Klasse beschränkt, was Kritik wegen Ungleichbehandlung hervorruft.
Reaktionen und Kontroversen
Psychologen äußern Bedenken, dass körperliche Bestrafung nicht zu einer Verhaltensänderung führe, sondern Aggressionen fördern könne. Die Parlamentsabgeordnete Elysa Chen betont hingegen den rehabilitativen Ansatz: Stockschläge seien das letzte Mittel. Das Bildungsministerium setzt stark auf Prävention: Schüler sollen durch Rollenspiele lernen, wie sie bei Mobbing eingreifen können. Lehrer werden weitergebildet, und es gibt eine neue Online-Plattform für Meldungen. Zusätzlich werden die Schulen finanziell unterstützt, um etwa mehr Personal einzustellen. Auch die Eltern sollen künftig enger eingebunden werden, wie eine Mutter und ein Vater in einem Interview betonten: Offene Gespräche und Vertrauen zwischen Eltern, Kindern und Schule seien entscheidend, um die Ursachen von Mobbing zu erkennen und zu lösen.
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