Solarparks in der Wüste: Regen aus der Wärmeblase?
Wichtige Fakten
- • Meteorologen der Uni Hohenheim entwickeln Idee zur Regenerzeugung in den VAE.
- • Große Solarparks sollen durch Wärmestau Wolkenbildung und Regen auslösen.
- • Zusätzlich sind Plantagen und künstliche Dünen als Verstärker geplant.
- • Ziel der VAE ist ein Prototyp bis 2030.
- • Deutscher Wetterdienst hält Konzept für spekulativ, aber legitim.
Forschungsidee der Uni Hohenheim
Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen mehr Regen. An der Universität Hohenheim gibt es jetzt eine ungewöhnliche Idee: große Solarparks, zusammen mit künstlich angelegten Dünen und Pflanzen. Das Land fördert wissenschaftliche Ansätze mit millionenschweren Preisgeldern, da es kaum Süßwasserreserven gibt und Trinkwasser meist aus Meerwasserentsalzung gewonnen wird.
Wirkprinzip und geplante Umsetzung
Oliver Branch, Meteorologe an der Uni Hohenheim, erklärt: Solarparks erzeugen eine kleine Wärmeblase, die aufsteigt und in wassergesättigter Höhe Wolken und Regen bilden kann. Dafür nötig ist feuchte Meeresluft, weshalb das Projekt in Küstennähe realisiert werden soll. Plantagen wie Jojoba erwärmen die Luft ebenfalls stärker als Sand, wie Messungen in Israel zeigen. Künstliche Dünen sollen Steigungsregen wie in den Bergen erzeugen. Vor der Umsetzung untersuchen die Forscher die Atmosphäre mit Lasermessgeräten und entwickeln Computermodelle.
Expertensicht und Ausblick
Axel Seifert vom Deutschen Wetterdienst hält das Konzept für interessant, aber sehr unsicher in der Wirksamkeit. Er betont, dass ähnliche Ansätze an anderen Orten wie Namibia erneut untersucht werden müssten. Die VAE planen einen Prototyp bis 2030. Die Forscher hoffen, dass auch andere Länder profitieren könnten. Seifert bewertet die Grundidee als legitime Forschung – spekulativ, aber riskant.
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