Sonntagsöffnung: Wirtschaftsausschuss des Bundestags fordert Aufweichung
Wichtige Fakten
- • Wirtschaftsausschuss plädiert für Aufweichung des Sonntagsöffnungsverbots.
- • FDP-Chef Kubicki fordert Freigabe der Ladenöffnung an Sonntagen.
- • Gewerkschaft Ver.di kritisiert Vorstoß, Sonntag sei einziger freier Tag.
- • EKD warnt vor Flexibilisierung, betont gesellschaftlichen Wert des Sonntags.
- • Zuständigkeit für Ladenöffnungszeiten liegt seit 2006 bei Bundesländern.
Hintergrund der Debatte
Nach der Ankündigung der Regierung, die Öffnungszeiten für Bäckereien und Konditoreien an Sonntagen zu verlängern, nimmt auch die Diskussion um allgemeine Ladenöffnungszeiten an Wochenenden Fahrt auf. Der Wirtschaftsausschuss des Bundestags plädierte für eine deutliche Aufweichung des derzeit geltenden Öffnungsverbots. Der Ausschussvorsitzende Christian von Stetten (CDU) sprach sich gegenüber der Bild-Zeitung für eine großzügige Ausweitung der Regelungen aus.
Positionen der Befürworter
FDP-Chef Wolfgang Kubicki forderte eine echte Flexibilisierung: „Wer Läden zwangsweise geschlossen halten will, darf sich nicht über sterbende Innenstädte beschweren.“ Zuvor hatten Handelsverbände eine völlige Freigabe der Sonntagsöffnung verlangt. Zuständig sind seit der Föderalismusreform 2006 die Bundesländer; die meisten haben die Regelungen bereits liberalisiert. Nur Bayern und Saarland schreiben einen Ladenschluss um 20 Uhr vor.
Kritik von Kirchen und Gewerkschaften
Von Gewerkschaftsseite kam Widerspruch: Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer betonte, der Sonntag sei für Beschäftigte der einzige verlässlich planbare freie Tag. Die Evangelische Kirche warnte vor einer Flexibilisierung: „Der freie Sonntag schafft Raum für Familie, Freundschaften und Ehrenamt – gerade in Krisenzeiten.“
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