Spanien: Sterbehilfe-Fall einer 25-Jährigen löst Debatte aus
Wichtige Fakten
- • Spanien erlaubt aktive Sterbehilfe seit 2021 mit strengen Verfahrensvorschriften.
- • Noelia Castillo war mit 25 Jahren die jüngste Patientin, die Sterbehilfe in Spanien erhielt.
- • Ihr Vater klagte mit Unterstützung ultrakonservativer Gruppen gegen die Entscheidung.
- • Das Gesetz wurde von der linken Regierungskoalition und regionalen Parteien beschlossen.
- • Seit Inkrafttreten haben 1.123 Menschen in Spanien Sterbehilfe in Anspruch genommen.
Fall Noelia Castillo
Der Tod der 25-jährigen Noelia Castillo, die auf eigenen Wunsch Sterbehilfe erhielt, hat in Spanien Bestürzung und Diskussionen ausgelöst. Castillo wurde 2022 Opfer sexueller Übergriffe und war seit einem Suizidversuch querschnittsgelähmt. Ihr Antrag auf aktive Sterbehilfe wurde 2024 bewilligt, obwohl ihr Vater dagegen klagte, unterstützt von der ultrakatholischen Organisation Abogados Cristianos.
Politische und gesellschaftliche Reaktionen
Das spanische Euthanasiegesetz, das seit 2021 in Kraft ist, wurde von der linken Regierungskoalition und den meisten regionalen Parteien beschlossen, während konservative und rechte Parteien wie die Volkspartei und Vox dagegen stimmten. Gesundheitsministerin Mónica García verteidigt das Gesetz als breit unterstützt und mit hohen Sicherheitsstandards. Kritiker wie Alicia García von der Volkspartei sehen darin ein Staatsversagen, da Castillos Rechte nicht ausreichend geschützt worden seien.
Verfahren und Hintergrund
Das spanische Sterbehilfegesetz sieht ein dreistufiges Prüfverfahren vor, das Anträge durch Ärzte, Juristen und eine Kommission bewerten lässt. Seit der Einführung haben 1.123 Menschen Sterbehilfe erhalten, meist bei unheilbaren neurologischen Erkrankungen oder Krebs. Castillo war die bisher jüngste Patientin, was ihren Fall besonders kontrovers macht. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wies die Beschwerden ihres Vaters ab, und Castillo verbrachte ihre letzten Minuten allein.
Das könnte Sie auch interessieren
Kein Briefing mehr verpassen
Das Wichtigste des Tages jeden Morgen direkt ins Postfach.