Spionageprozess in London: Hongkonger Dissident Law besorgt über Zugriff auf sensible Daten
Wichtige Fakten
- • Zwei Männer wegen Spionage für China in London verurteilt.
- • Täter hatten Zugang zu britischen Grenzdatenbanken.
- • Nathan Law lebt mit Kopfgeld von 100.000 Pfund.
- • HKETO soll laut Law für Überwachung genutzt werden.
Erstes Spionageurteil gegen chinesische Agenten
Ein britisches Gericht hat Chi Leung „Peter“ Wai, 38, und Chung Biu „Bill“ Yuen, 65, wegen Unterstützung eines ausländischen Geheimdienstes verurteilt. Es ist der erste Schuldspruch gegen chinesische Spione in der britischen Kriminalgeschichte. Die beiden Männer hatten den Hongkonger Dissidenten Nathan Law observiert. Wai, der als Grenzbeamter und Hilfspolizist tätig war, hatte laut Gericht Zugang zu sensiblen britischen Datenbanken, um Informationen über Regimekritiker zu sammeln.
Sicherheitsbedenken von Dissidenten
Nathan Law äußerte sich besorgt über die Sicherheitslücken im britischen Systems. Er erklärte, dass er sich zwar durch Verhaltensänderungen schützen könne, aber nicht vermeiden könne, personenbezogene Daten der Regierung mitzuteilen. Gesetze wie der National Security Act hätten in Hongkong zur Kriminalisierung von politischem Dissens geführt. Eine NGO berichtet von eingeschüchterten Hongkong-Exilanten in Großbritannien, die sich zunehmend aus der Politik zurückzögen.
Sicherheitsrisiken durch chinesische Vertretung in London
Laut Law wird das Hongkonger Wirtschafts- und Handelsbüro (HKETO) London inzwischen zur Überwachung von Dissidenten genutzt. Die britische Regierung genehmigte Ende Januar bauliche Pläne für eine neue, große chinesische Botschaft in London. Die NGO Hong Kong Aid berichtete, dass Adressen von Hongkongern in Großbritannien online durchgestochen wurden.
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