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Klima 16.03.2026, 05:56

Stadtgrün als unterschätzte Kohlenstoffsenke: Studien zeigen Potenzial urbaner Vegetation

Städte verursachen etwa 70% der durch Erdöl erzeugten CO2-Emissionen

Wichtige Fakten

  • Städte verursachen etwa 70% der durch Erdöl erzeugten CO2-Emissionen
  • Urbane Grünflächen können als bedeutende Kohlenstoffsenken wirken
  • Stadtbäume speichern an Sommertagen mehr CO2 als Autos emittieren
  • Wildblumenwiesen speichern mehr Kohlenstoff als häufig gemähter Rasen
  • Münchner Grünanlagen nehmen etwa 2% der direkten Stadtemissionen auf

Urbane Grünflächen als Klimaschützer

Zwei neue Studien zeigen, dass städtische Grünflächen erhebliche Mengen Kohlenstoff speichern und damit urbane CO2-Emissionen teilweise kompensieren können. Die Forschung der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Technischen Universität München belegt, dass die Bedeutung urbaner Vegetation für den Klimaschutz bisher unterschätzt wurde. Städte sind zwar für etwa 70 Prozent der durch Erdöl erzeugten CO2-Emissionen verantwortlich, besitzen aber gleichzeitig großes Potenzial als Kohlenstoffsenken.

Unterschiedliche Speicherkapazitäten

Die Gießener Studie fand heraus, dass Böden mit Gehölzen und Bäumen die höchsten Kohlenstoffwerte aufweisen, während auch naturnahe Wiesen gute Speichereigenschaften zeigen. Eine Wildblumenwiese speichert auf 100 Quadratmetern 160 Kilogramm mehr Kohlenstoff als ein häufig gemähter Rasen. Die Münchner Studie mit ihrem hochauflösenden CO2-Flussmodell zeigt, dass Stadtbäume den dominanten Beitrag zu CO2-Senkungen liefern, während Grasland über das Jahr betrachtet als Netto-CO2-Quelle eingeschätzt wird.

Praktische Bedeutung für Städte

Die gesamten Grünanlagen Münchens nehmen etwa zwei Prozent der direkt von der Stadt emittierten CO2-Menge auf. An manchen Sommertagen mit hoher Fotosyntheseaktivität absorbieren die Stadtbäume sogar mehr Kohlenstoff als alle Münchner Einwohner inklusive Autoverkehr emittieren. Die Studienautoren empfehlen Stadtplanern, Flächen besser für Kohlenstoffspeicherung zu nutzen, etwa durch Entsiegelung ehemaliger Parkplätze oder Umwandlung von Rasenflächen in Wildblumenwiesen.

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