Studie: Meeresspiegel an Küsten höher als bisher angenommen
Wichtige Fakten
- • Der regionale Meeresspiegel liegt im Durchschnitt 20-30 cm höher als bisher angenommen.
- • In Südostasien wurde der Meeresspiegel um bis zu 1,5 Meter unterschätzt.
- • Hauptgrund sind ungenaue Messmethoden bei satellitengestützten Höhendaten.
- • Für Deutschland und Nordwesteuropa sind die Abweichungen gering (Dezimeterbereich).
- • Bei einem Meter Anstieg wären 68% mehr Menschen betroffen als gedacht.
Neue Studie korrigiert Meeresspiegel-Daten
Eine aktuelle Übersichtsstudie zeigt, dass der Meeresspiegel an Küsten weltweit systematisch höher liegt als in bisherigen Berechnungen angenommen. Im Durchschnitt liegt der regionale Meeresspiegel etwa 20 bis 30 Zentimeter über den bisherigen Werten, in einigen Regionen wie Südostasien sogar um bis zu 1,5 Meter. Grund für die Abweichungen sind ungenaue Messmethoden, insbesondere bei satellitengestützten Höhendaten, die sich auf veraltete Geoid-Modelle stützen und lokale Faktoren wie Winde, Strömungen und Gezeiten vernachlässigen.
Regionale Unterschiede und Auswirkungen
Während in Europa und Teilen der USA die Abweichungen gering sind, sind vor allem Regionen im globalen Süden betroffen. Die korrigierten Daten bedeuten, dass bei einem relativen Meeresspiegelanstieg von einem Meter 37 Prozent mehr Fläche und 68 Prozent mehr Menschen – bis zu 132 Millionen – unter Meeresspiegelniveau fallen würden als bisher angenommen. Dies könnte dazu führen, dass die Auswirkungen des Meeresspiegelanstiegs in betroffenen Gebieten früher eintreten.
Folgen für Küstenschutz
Die Studie unterstreicht die Dringlichkeit, Anpassungs- und Schutzmaßnahmen an Küsten zu überprüfen und gegebenenfalls zu beschleunigen. Für genaue Planungen sind zuverlässige lokale Daten essenziell, insbesondere in Regionen, wo bisher auf ungenaue satellitengestützte Höhenmodelle zurückgegriffen wurde.
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