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Politik 20.08.2026, 03:04 Aktualisiert: 20.08.2026, 06:01

Studie stellt Nutzen der EU-Agrarsubventionen für Ernährungssicherheit infrage

Studie: Wegfall der Agrarhilfen senkt Getreideproduktion nur um 1,5-2,8%.

Wichtige Fakten

  • Studie: Wegfall der Agrarhilfen senkt Getreideproduktion nur um 1,5-2,8%.
  • NABU: Agrarsubventionen verpuffen wirkungslos für Ernährungssicherung.
  • Bauernpräsident Rukwied warnt vor Betriebsschließungen ohne Direktzahlungen.
  • Minister Rainer hält an Direktzahlungen fest; Merz priorisiert Verteidigung.

Studie stellt Nutzen der EU-Agrarsubventionen für Ernährungssicherheit infrage

Eine neue Studie des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) stellt das zentrale Argument von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) infrage, wonach EU-Agrarsubventionen essenziell für die Ernährungssicherheit in Deutschland und Europa seien. Die Studie, die mit dem agrarökonomischen Simulationsmodell CAPRI arbeitet, zeigt, dass die Produktionsmengen von einem vollständigen oder teilweisen Wegfall der Agrarhilfen kaum beeinträchtigt würden. Getreideernten würden je nach Szenario lediglich um 1,5 bis 2,8 Prozent sinken, Fleisch um 0,75 Prozent, während die Milchmenge nahezu unverändert bliebe.

Subventionen verpuffen wirkungslos

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger äußerte seine Überraschung über die Ergebnisse: Die Subventionen verpuffen wirkungslos. Ohne oder mit weniger Geldern würde die Landwirtschaft intensiver wirtschaften, mit weniger Bio-Anbau. Agrarökonom Alfons Balmann vom Leibniz-Institut hält die Ergebnisse für nicht unplausibel, bemängelt jedoch fehlende Aussagen über kurzfristige Betriebsfolgen. Bauernpräsident Joachim Rukwied befürchtet dagegen drastische Konsequenzen bis hin zu Betriebsschließungen und kritisiert die Studie als praxisfern.

Politische Debatte um EU-Finanzrahmen

Die Debatte findet vor dem Hintergrund der Verhandlungen über den EU-Finanzrahmen ab 2028 statt. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) priorisiert Verteidigungsausgaben und hält die aktuellen Agrarsubventionsvorschläge für unbezahlbar. Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Union, Albert Stegemann, betont jedoch die Verteidigungsrelevanz der Ernährungssicherheit und plädiert dafür, Agrarhilfen und Verteidigung gemeinsam zu denken. Das Bundeslandwirtschaftsministerium betont, dass ein Ende der Direktzahlungen nicht vorgesehen sei und die Studie ein politisch nicht beabsichtigtes Szenario untersuche. Der NABU fordert stattdessen eine stärkere Honorierung gesellschaftlicher Leistungen der Landwirte, wie Bodenschonung und Wasserspeicherung.

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