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Politik 12.05.2026, 00:17 Aktualisiert: 12.05.2026, 06:03

Studierende brauchen mehr Schutz bei Uni-Insolvenz

24 Hochschulen in England sind laut Bericht von Insolvenz bedroht.

Wichtige Fakten

  • 24 Hochschulen in England sind laut Bericht von Insolvenz bedroht.
  • Bildungsausschuss fordert Frühwarnsystem und Schutzpläne für Studierende.
  • Studiengebühren für Ausländer stützen Finanzen vieler Unis.
  • Regierung hebt Gebührendeckel an, Visareformen belasten Einnahmen.
  • Gewerkschaften fordern Notfall-Taskforce für Hochschulsektor.

Risiko von Uni-Insolvenzen in England

Laut einem Bericht des Bildungsausschusses des britischen Unterhauses benötigen Studierende besseren Schutz, falls eine Universität in England zahlungsunfähig wird und ihre Schulden nicht begleichen kann. Demnach gelten 24 Hochschulen, darunter sieben mit über 3.000 Studierenden, als akut von einer Insolvenz bedroht. Weitere 26 Einrichtungen könnten in zwei bis drei Jahren in finanzielle Schieflage geraten. Viele Hochschulen haben bereits Stellen gestrichen, Kurse eingestellt oder Gebäude und Grundstücke verkauft.

Forderung nach Frühwarnsystem und Schutzplänen

Die Ausschussvorsitzende Helen Hayes (Labour) betonte, die Priorität müsse dem Schutz der Studierenden gelten, die Zeit, Geld und Energie in ihr Studium investiert hätten. Sie forderte ein Frühwarnsystem: „Regierung und Aufsichtsbehörde Office for Students sollten eingreifen, wenn die Ampeln auf Gelb stehen, nicht erst wenn sie rot blinken.“ Der Bericht empfiehlt ein Protokoll mit kostengedeckelten Plänen, um Studierende und Mitarbeiter etwa durch Fusionen, Restrukturierung oder eine geordnete Schließung zu schützen.

Finanzielle Sorgen: Gebührenstopp und Visapolitik

Der Bericht führt die Krise unter anderem auf den langjährigen Einfrieren der Inlandstudiengebühren zurück, was die Hochschulen gezwungen habe, Einnahmen durch höhere Gebühren für Postgraduierte und internationale Studierende zu steigern. Diese Gruppe mache ein Viertel aller Studierenden aus, zahle aber über 45 Prozent der Gebühreneinnahmen. Die Überschüsse würden zur Quersubventionierung von Forschung und Lehre genutzt. Hayes kritisierte, wenn die Regierung die Zahl internationaler Studierender senken wolle, müsse sie darlegen, wie sie die Uni-Finanzen stabilisiere. Das Bildungsministerium verwies auf Maßnahmen wie die Anhebung des Gebührendeckels und die Fokussierung des Office for Students auf finanzielle Stabilität. Gewerkschaft und Studierendenvertretung mahnten deutliches Handeln an, um eine Schieflage des gesamten Sektors zu vermeiden.

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