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International 19.02.2026, 09:46 Aktualisiert: 19.02.2026, 18:08

Südkoreas Ex-Präsident Yoon Suk Yeol zu lebenslanger Haft verurteilt

Yoon rief am 3. Dezember 2024 das Kriegsrecht aus und setzte Truppen gegen das Parlament ein.

Wichtige Fakten

  • Yoon rief am 3. Dezember 2024 das Kriegsrecht aus und setzte Truppen gegen das Parlament ein.
  • Das Gericht sah darin einen verfassungsfeindlichen Aufruhr mit dem Ziel, die politische Opposition auszuschalten.
  • Neben Yoon wurden mehrere hochrangige Mitverschwörer zu langen Haftstrafen verurteilt.
  • Die Staatsanwaltschaft hatte die Todesstrafe gefordert, das Gericht entschied sich für lebenslange Haft mit Zwangsarbeit.
  • Yoon zeigte während des Verfahrens keine Reue und bestritt die Vorwürfe.

Urteil und Hintergrund

Das Bezirksgericht Seoul hat den ehemaligen südkoreanischen Präsidenten Yoon Suk Yeol wegen Aufruhrs zu lebenslanger Haft mit Zwangsarbeit verurteilt. Yoon hatte am 3. Dezember 2024 das Kriegsrecht verhängt und Militär- und Polizeikräfte eingesetzt, um das Nationalparlament abzuriegeln und politische Gegner festnehmen zu lassen. Laut Gericht handelte es sich um einen verfassungsfeindlichen Akt, der die demokratische Ordnung schwer beschädigte und die Gesellschaft tief spaltete.

Prozess und Reaktionen

Die Staatsanwaltschaft forderte die Todesstrafe, doch das Gericht sah mildernde Umstände, da der Plan nicht vollständig umgesetzt wurde und Yoon den Einsatz physischer Gewalt begrenzen wollte. Yoon zeigte während des Verfahrens keine Reue und bestritt die Vorwürfe, während seine Anwälte von einem "Schauprozess" sprachen. Vor dem Gericht kam es zu emotionalen Szenen: Unterstützer weinten, Gegner feierten das Urteil, äußerten aber auch Enttäuschung über die ausbleibende Todesstrafe.

Historische Einordnung

Yoon ist der erste demokratisch gewählte Präsident Südkoreas, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Das Urteil folgt einer Reihe von Verurteilungen hochrangiger Mitverschwörer, darunter Ex-Premierminister Han Duck-soo (23 Jahre) und Ex-Verteidigungsminister Kim Yong-hyun (30 Jahre). Historisch wurden inhaftierte Ex-Präsidenten in Südkorea jedoch oft nach wenigen Jahren begnadigt, was auch für Yoon erwartet wird.

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