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International 16.01.2026, 09:20 Aktualisiert: 16.01.2026, 20:18

Südkoreas Ex-Präsident Yoon Suk Yeol zu fünf Jahren Haft verurteilt – Todesstrafe im Aufruhr-Prozess gefordert

Ein Gericht in Seoul verurteilte Südkoreas früheren Präsidenten Yoon Suk Yeol in einem ersten Strafprozess zu fünf Jahren Gefängnis, weil er sich 2025 seiner Festnahme widersetzt und die Vollstreckung eines richterlichen Haftbefehls behindert haben soll.

Wichtige Fakten

  • Ein Gericht in Seoul verurteilte Südkoreas früheren Präsidenten Yoon Suk Yeol in einem ersten Strafprozess zu fünf Jahren Gefängnis, weil er sich 2025 seiner Festnahme widersetzt und die Vollstreckung eines richterlichen Haftbefehls behindert haben soll.
  • Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Yoon den Präsidialschutz mobilisierte, um die Vollstreckung des Haftbefehls zu blockieren; laut „Guardian“ wurde das Gelände u. a. mit Fahrzeugbarrikaden und Menschenketten abgeriegelt.
  • Yoon wurde u. a. wegen (besonderer) Behinderung amtlicher Pflichten, Machtmissbrauchs und Dokumentenfälschung schuldig gesprochen.
  • Richter Baek Dae Hyun begründete das im Fernsehen übertragene Urteil u. a. damit, Yoon habe keine Reue gezeigt, die Verfassung missachtet und „schwer nachvollziehbare Ausreden“ vorgebracht; er „verdiene Verurteilung“ (Guardian).
  • Yoon hat sieben Tage Zeit, Berufung einzulegen; sein Anwaltsteam kündigte Rechtsmittel an.
  • Der Fall steht im Zusammenhang mit Yoons gescheiterter Kriegsrechts-Erklärung vom 3. Dezember 2024, die eine Staatskrise auslöste; das Parlament hob das Kriegsrecht nach wenigen Stunden (laut „Guardian“ nach sechs Stunden) wieder auf.
  • Laut Tagesschau war ein Auslöser der Kriegsrechtsentscheidung ein Haushaltsstreit mit den Oppositionsparteien, die Yoons Gesetzesvorhaben weitgehend blockiert hatten.
  • Yoon rechtfertigte das Kriegsrecht laut Tagesschau mit dem Schutz der freiheitlichen Ordnung und behauptete, die linke Opposition sei von Kommunisten mit Verbindungen nach China und Nordkorea unterwandert; Belege legte er demnach nicht vor.
  • Mehrere ranghohe Militärs und Polizeibeamte sagten aus, Yoon habe gezielte Festnahmen von Abgeordneten befohlen; Yoon bestreitet das.
  • Nach der Affäre wurde Yoon suspendiert und im April 2025 aus dem Amt entfernt; seit dem Sommer regiert Präsident Lee Jae Myung.
  • In einem separaten Verfahren wegen mutmaßlichen Aufruhrs forderte die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe; ein Urteil ist laut Tagesschau für den 19. Februar, laut „Guardian“ für den 20. Februar angesetzt.
  • Laut Tagesschau wird die Todesstrafe in Südkorea zwar weiterhin verhängt, aber seit fast 30 Jahren nicht vollstreckt.
  • Nach „Guardian“ droht Yoon im Aufruhr-Verfahren alternativ zur Todesstrafe auch lebenslange Haft; zudem gebe es insgesamt sieben weitere Strafverfahren, darunter Vorwürfe mutmaßlicher Drohnenflüge in nordkoreanischen Luftraum, um eine Reaktion zu provozieren und einen Vorwand für Kriegsrecht zu schaffen.
  • Laut „Guardian“ stehen auch in Yoons Umfeld Urteile an: gegen Ex-Premier Han Duck-soo am 21. Januar (Vorwurf: Unterstützung von Aufruhr) und gegen Yoons Ehefrau Kim Keon Hee am 28. Januar (Aktienmanipulation und Bestechung; Staatsanwaltschaft fordert 15 Jahre Haft und eine Geldstrafe von 2 Mrd. Won).
  • Tagesschau berichtet, internationale Investoren hätten nach der Kriegsrechts-Affäre Investitionen zurückgehalten; zudem habe das internationale Ansehen Südkoreas gelitten.
Südkoreas früherer Präsident Yoon Suk Yeol ist in einem ersten Strafprozess zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Gericht in Seoul sah es als erwiesen an, dass Yoon den Präsidialschutz einsetzte, um die Vollstreckung eines richterlichen Haftbefehls gegen ihn zu blockieren. Richter Baek Dae Hyun sagte in der im Fernsehen übertragenen Begründung, eine harte Strafe sei nötig, weil Yoon keine Reue zeige und die Verfassung missachtet habe; er habe zudem „schwer nachvollziehbare Ausreden“ vorgebracht. Verurteilt wurde Yoon unter anderem wegen (besonderer) Behinderung amtlicher Pflichten, Machtmissbrauchs und Dokumentenfälschung. Seine Anwälte kündigten Berufung an – dafür hat er sieben Tage Zeit. Der Prozess steht im Kontext von Yoons gescheiterter Kriegsrechts-Erklärung vom 3. Dezember 2024, die das Land in eine tiefe Staatskrise stürzte. Nach Angaben der Tagesschau war ein zentraler Hintergrund ein Haushaltsstreit mit den Oppositionsparteien, die Yoons Vorhaben blockierten. Yoon begründete den Schritt mit dem Schutz der freiheitlichen Ordnung und behauptete, die linke Opposition sei von Kommunisten mit Verbindungen nach China und Nordkorea unterwandert – Belege legte er laut Tagesschau jedoch nicht vor. Damals entsandte Yoon Polizei und Soldaten zum Parlament; Abgeordnete hoben das Kriegsrecht nach wenigen Stunden (nach Berichten: nach sechs Stunden) wieder auf. Mehrere ranghohe Militärs und Polizeibeamte sagten aus, Yoon habe gezielte Festnahmen von Parlamentariern befohlen, was er bestreitet. Nach der Affäre wurde Yoon suspendiert und im April 2025 aus dem Amt entfernt; seit dem Sommer regiert Präsident Lee Jae Myung. Yoon drohen darüber hinaus deutlich schwerere Folgen: In einem separaten Verfahren wegen mutmaßlichen Aufruhrs verlangt die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe; ein Urteil wird für Februar erwartet (Berichte nennen den 19. bzw. 20. Februar). Die Tagesschau weist zugleich darauf hin, dass die Todesstrafe in Südkorea zwar weiterhin verhängt, aber seit fast 30 Jahren nicht vollstreckt wird. Zusätzlich laufen laut „Guardian“ weitere Strafverfahren gegen Yoon sowie Verfahren gegen Personen aus seinem Umfeld.

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