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Syriens Übergangsregierung und SDF vereinbaren Waffenstillstand – neue Sorge wegen IS-Häftlingsausbruch in Shaddadi
Syriens Übergangsregierung und die kurdisch geführten Syrian Democratic Forces (SDF) vereinbarten nach heftigen Kämpfen einen Waffenstillstand; Übergangspräsident Ahmed (Ahmad) al‑Sharaa veröffentlichte dazu ein 14‑Punkte-Abkommen.
Wichtige Fakten
- • Syriens Übergangsregierung und die kurdisch geführten Syrian Democratic Forces (SDF) vereinbarten nach heftigen Kämpfen einen Waffenstillstand; Übergangspräsident Ahmed (Ahmad) al‑Sharaa veröffentlichte dazu ein 14‑Punkte-Abkommen.
- • Das Abkommen sieht den Rückzug der SDF aus Gebieten östlich des Euphrat sowie aus den Provinzen Raqqa und Deir ez‑Zor vor; anschließend sollen SDF-Kräfte in Armee und Sicherheitsapparat integriert werden.
- • Grenzübergänge, Luftraum sowie Öl- und Gasfelder im Nordosten Syriens und strategische Infrastruktur (u. a. Euphrat-Dämme) sollen an die Übergangsregierung übergehen.
- • SDF-Oberkommandeur Mazloum Abdi bestätigte das Abkommen in einer Videobotschaft und begründete den Rückzug mit dem Ziel, weiteres Töten und Blutvergießen zu verhindern; Details wolle er nach einem Besuch in Damaskus erläutern.
- • Das syrische Verteidigungsministerium ordnete an, die Kämpfe an den Frontlinien einzustellen.
- • Staatsmedien zeigten al‑Sharaa bei der Unterzeichnung; Abdi war nicht anwesend, seine Unterschrift soll jedoch auf dem Dokument stehen. Al‑Sharaa erklärte, Abdi habe wegen schlechten Wetters nicht reisen können und werde Damaskus am Montag besuchen.
- • Berichten zufolge rückten große Regierungskonvois in Raqqa ein; in der Stadt kam es zu Feiern. In at‑Tabka wurde eine Statue einer kurdischen Kämpferin der Frauenverteidigungseinheiten gestürzt – von Kurden als Niederlage, von Anhängern der Übergangsregierung als Ende kurdischer Dominanz gedeutet.
- • Laut Berichten stellten sich arabische Stämme, die zuvor mit den SDF kooperiert hatten, in der jüngsten Eskalation an die Seite der Übergangsregierung und begünstigten so schnelle Geländegewinne.
- • Neu: In Shaddadi (Nordostsyrien) wurden während der Kämpfe Dutzende Insassen aus einem Gefängnis mit mutmaßlichen IS-Häftlingen befreit; SDF und syrische Armee machten jeweils die Gegenseite für die Freilassungen verantwortlich.
- • Neu: Die syrische Armee bestätigte den Ausbruch in Shaddadi, verhängte demnach eine vollständige Ausgangssperre und kündigte Durchsuchungen zur Festnahme der Entkommenen an.
- • Neu: Laut Text des Abkommens sollen die Verwaltung der IS-Gefängnisse und -Lager sowie die sie sichernden Kräfte in staatliche Strukturen integriert werden; Damaskus soll die „volle rechtliche und sicherheitsbezogene Verantwortung“ für diese Einrichtungen übernehmen.
- • Neu: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan lobte die Offensive der syrischen Armee und bezeichnete Waffenstillstand und Integrationsabkommen als wichtigen Schritt; er drängte auf rasche Umsetzung.
- • US-Gesandter Tom Barrack begrüßte die Vereinbarung als Wendepunkt hin zu einem geeinten Syrien; Abdi soll bei einem Treffen Barracks mit al‑Sharaa telefonisch zugeschaltet gewesen sein.
- • Weiterhin unklar bleibt, wie viel von der kurdischen Selbstverwaltung im Norden Syriens erhalten bleibt; al‑Sharaa stellte lokale Sicherheitskräfte in „sensiblen“ Gebieten in Aussicht (genannt wurde eine kurdische Polizeieinheit im Raum Kobane unter dem Innenministerium in Damaskus).
Syriens Übergangsregierung und die kurdisch geführten Syrian Democratic Forces (SDF) haben nach schweren Gefechten einen Waffenstillstand vereinbart. Übergangspräsident Ahmed al‑Sharaa veröffentlichte ein 14‑Punkte-Abkommen, das den Rückzug der SDF aus Gebieten östlich des Euphrat sowie aus Raqqa und Deir ez‑Zor vorsieht. In einem weiteren Schritt sollen die SDF in Armee und Sicherheitskräfte integriert werden; Grenzübergänge, Luftraum, Öl- und Gasfelder sowie strategische Infrastruktur wie Euphrat-Dämme sollen unter Kontrolle der Übergangsregierung kommen. SDF-Chef Mazloum Abdi bestätigte die Vereinbarung in einer Videobotschaft und begründete den Rückzug mit dem Ziel, weiteres Blutvergießen zu verhindern, kündigte aber Details erst nach einem Besuch in Damaskus an.
Vor Ort deuteten Berichte bereits auf einen Machtwechsel hin: Regierungskonvois rückten in Raqqa ein, es kam zu Feiern, und in at‑Tabka wurde eine Statue einer kurdischen Kämpferin gestürzt – ein Symbol, das je nach Perspektive als Niederlage der Kurden oder als Ende kurdischer Dominanz gesehen wird. Arabische Stämme in den überwiegend arabisch geprägten Gebieten sollen sich zudem an die Seite der Übergangsregierung gestellt haben.
Neu hinzu kommt jedoch ein Sicherheitsrisiko: Während der Auseinandersetzungen wurden in Shaddadi Dutzende Insassen aus einem Gefängnis mit mutmaßlichen IS-Häftlingen befreit; SDF und syrische Armee beschuldigen sich gegenseitig. Die Armee bestätigte den Vorfall, verhängte eine Ausgangssperre und kündigte eine Fahndung an. Der Fall unterstreicht die Brisanz eines zentralen Punktes des Abkommens: Demnach sollen die Strukturen, die Gefängnisse und Lager mit IS-Anhängern verwalten und sichern, in den syrischen Staat übergehen – Damaskus soll die volle Verantwortung übernehmen. International wird der Deal weiter aufmerksam verfolgt: US-Gesandter Tom Barrack nannte ihn einen Wendepunkt, während der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan eine schnelle Umsetzung forderte.
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