Syriens Übergangsregierung und SDF vereinbaren Waffenstillstand – neue Sorge wegen IS-Häftlingsausbruch in Shaddadi
- • Syriens Übergangsregierung und die kurdisch geführten Syrian Democratic Forces (SDF) vereinbarten nach heftigen Kämpfen einen Waffenstillstand; Übergangspräsident Ahmed (Ahmad) al‑Sharaa veröffentlichte dazu ein 14‑Punkte-Abkommen.
- • Das Abkommen sieht den Rückzug der SDF aus Gebieten östlich des Euphrat sowie aus den Provinzen Raqqa und Deir ez‑Zor vor; anschließend sollen SDF-Kräfte in Armee und Sicherheitsapparat integriert werden.
- • Grenzübergänge, Luftraum sowie Öl- und Gasfelder im Nordosten Syriens und strategische Infrastruktur (u. a. Euphrat-Dämme) sollen an die Übergangsregierung übergehen.
"Die Waffenruhe verschiebt die Kontrolle im Nordosten deutlich zugunsten der Übergangsregierung, doch der gemeldete Ausbruch mutmaßlicher IS-Häftlinge in Shaddadi erhöht den Sicherheitsdruck und könnte die Umsetzung des Integrationsplans (inklusive Übernahme der Gefängnisse und Lager) beschleunigen oder – wegen gegenseitiger Schuldzuweisungen und Misstrauen – zusätzlich belasten. Entscheidend wird sein, ob Damaskus kurzfristig glaubwürdig Kontrolle über Haftanstalten und Camps herstellen kann und ob die SDF-Führung die angekündigten Schritte tatsächlich mitträgt."
Syrische Übergangsregierung meldet Waffenruhe mit SDF – Rückzug hinter den Euphrat und Übergabe von Öl- und Gasfeldern vereinbart
- • Die syrische Übergangsregierung unter Präsident Ahmed al-Scharaa teilte am 18.01.2026 mit, nach tagelangen Kämpfen eine Waffenruhe mit den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) vereinbart zu haben.
- • Nach Angaben des syrischen Präsidialamts soll sich die SDF im Rahmen der Vereinbarung auf Gebiete östlich des Euphrat zurückziehen.
- • Die Regierung in Damaskus beansprucht laut Präsidialamt die vollständige militärische und administrative Kontrolle über die bislang kurdisch verwalteten Provinzen Rakka und Deir al-Sor (Deir Ezzor).
"Ob die Waffenruhe hält, hängt wesentlich davon ab, ob die SDF die angekündigten Rückzüge und Übergaben tatsächlich umsetzt und wie die praktische Eingliederung ihrer Kräfte in staatliche Strukturen ausgestaltet wird. Offene Punkte sollen bei einem angekündigten Treffen al-Scharaas mit SDF-Chef Mazloum Abdi geklärt werden; zugleich bleibt das Risiko lokaler Gefechte hoch, solange die Kontrolle über Ressourcen, Grenzübergänge und Verwaltung in Rakka und Deir al-Sor neu geordnet wird."
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Angst vor neuer Eskalation in Syrien: Damaskus rückt weiter vor, Kurden fordern Verfassungsrechte
- • In Nordsyrien wächst die Sorge vor einer Eskalation zwischen der Zentralregierung in Damaskus unter Übergangspräsident Ahmed al‑Scharaa und den kurdisch geführten Demokratischen Kräften Syriens (SDF).
- • Syrische Regierungstruppen sind in weitere strategisch wichtige Orte östlich von Aleppo vorgedrungen; in Deir Hafer erklärte die Armee gegenüber der Staatsagentur Sana, sie habe „volle militärische Kontrolle“ hergestellt und sei in das Gebiet des „westlichen Euphrat“ eingedrungen (BBC).
- • Die syrische Armee forderte Zivilisten auf, das Einsatzgebiet bis zur Sicherung und Minenräumung nicht zu betreten (BBC).
"Kurzfristig bleibt die Lage fragil: Weitere gezielte Vorstöße Damaskus’ zwischen Aleppo und Euphrat sind möglich, während Vermittler (u.a. USA und regionale Akteure) versuchen, eine offene militärische Eskalation zu verhindern. Entscheidend wird, ob es zu belastbaren Verhandlungen über die Integration der SDF und verbindliche verfassungsrechtliche Garantien für kurdische Rechte kommt – andernfalls drohen neue Gewaltausbrüche und weitere Fluchtbewegungen."
Eskalation der Kämpfe in Aleppo: Neue Waffenstillstandsverhandlungen gescheitert
- • Seit 13 Monaten ist der Diktator Assad gestürzt, doch Aleppo bleibt ein Konfliktherd.
- • Die syrische Übergangsregierung fordert die Kurden auf, ihre Positionen in Aleppo zu räumen.
- • Die Türkei unterstützt die syrische Regierung weiterhin im Kampf gegen die SDF.
"Die Lage in Aleppo bleibt angespannt, da der Konflikt zwischen der syrischen Übergangsregierung und der kurdischen SDF nicht beigelegt ist. Ein erneuter Waffenstillstand könnte kurzfristig für Erleichterung sorgen, doch die tiefen politischen Gräben erschweren eine nachhaltige Lösung."