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International 23.04.2026, 11:26 Aktualisiert: 23.04.2026, 23:03

Teherans Alltag zwischen Krise, Kriegsangst und Widerstandsgeist

Iranische Wirtschaftskrise: bis zu 4 Millionen Jobs betroffen.

Wichtige Fakten

  • Iranische Wirtschaftskrise: bis zu 4 Millionen Jobs betroffen.
  • Brotpreise laut Anwohnerin verdreifacht.
  • Internet-Sperre seit 50 Tagen, Sicherheitskräfte allgegenwärtig.
  • Landesweite Proteste gegen gestiegene Lebenshaltungskosten 2025.
  • Neuer Oberster Führer Mojtaba Khamenei nach Attentat auf seinen Vater.

Wirtschaftskrise und Alltagsnöte

In Teherans Sanaei Ghaznavi-Straße spiegelt sich die Misere vieler Iraner: Schuhverkäufer Mohammad klagt über fehlende Kunden, sein Vater Mustafa beklagt eine sich stetig verschlechternde Wirtschaft. Ein iranischer Internetdienst schätzt, dass bis zu vier Millionen Arbeitsplätze durch Krieg und Internet-Sperren verloren gingen. Eine Rentnerin berichtet, dass Brot inzwischen das Dreifache koste, und fordert die Regierung zum Aufhören auf. Das Misstrauen gegenüber US-Präsident Trump ist groß: „Er droht nur.“

Bedrohung und Widerstand

Die Sicherheitspräsenz hat sich verstärkt, paramilitärische Einheiten der Basij und Revolutionsgarden sind allgegenwärtig. Vor dem Hintergrund des Krieges mit Israel und der Tötung des iranischen Führers Chamenei versammeln sich abends regimetreue Demonstranten auf Plätzen. Die Propagandamaßnahmen des neuen Obersten Führers sind sichtbar, ein Leben zwischen Hoffnung und Resignation: Während Junge von mehr Freiheit träumen, äußert ein älterer Schuhverkäufer den ambivalenten Wunsch nach neuerlichem Krieg in der Überzeugung, es könne nicht schlimmer werden – und dann möglicherweise die Wende bringen.

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