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Kultur 04.09.2026, 09:40 Aktualisiert: 04.09.2026, 12:00

Textzeile über die Verbotene Stadt: Chinas bekanntester Comedian unter Druck

Guo Degang änderte Textzeile über die Verbotene Stadt.

Wichtige Fakten

  • Guo Degang änderte Textzeile über die Verbotene Stadt.
  • Kulturbehörde leitete Untersuchung ein, weitere Shows abgesagt.
  • Vorwurf: Verstoß gegen öffentliche Moral.
  • Kulturschaffende können rückwirkend belangt werden.
  • Shows in China boomten trotz strengerer Regeln.

Zwischenfall in Wuhan

Chinas bekanntester Comedian Guo Degang steht im Zentrum einer Untersuchung der Kulturbehörde, nachdem er bei einem Auftritt Ende Juli in Wuhan eine Textzeile aus einem Lied abgewandelt haben soll. In einem Lied, das kommunistischen Guerilla-Kräften gewidmet ist, sang er „Alles ist still in der Verbotenen Stadt“ – eine Anspielung auf das Regierungsviertel Zhongnanhai, wo Staats- und Parteichef Xi Jinping lebt. Die Behörden werfen ihm einen Verstoß gegen die öffentliche Moral vor.

Konsequenzen und Kontext

Seit dem Vorfall sind weitere Auftritte Guos abgesagt worden, und er ist aus der Öffentlichkeit verschwunden. Der Künstler wich damit von einem vorab eingereichten und genehmigten Skript ab. Während Comedy in China boomt, hat die Regierung unter Xi Jinping die roten Linien für Kulturschaffende verschärft. Seit einigen Jahren ist es möglich, Künstler rückwirkend für ihre Werke zu bestrafen. Ein aktuelles Beispiel ist der Bildhauer Gao Zhen, der wegen Statuen über Mao Zedong zu drei Jahren Haft verurteilt wurde.

Stimmungslage

In Peking äußern sich Besucher einer Comedy-Show gespalten: Während eine Frau freie Meinungsäußerung mit einem „wilden Tier“ vergleicht und betont, man solle keine politischen Witze machen wie in Amerika, ermutigt ein Besucher Comedians, Mut zu innovativen Inhalten zu zeigen, auch wenn es Grenzen gebe. Künstler, die kritische Werke schaffen, zeigen diese laut einem anonymen Interviewpartner nur noch in kleinsten Kreisen. Guos Strafe könnte eine Geldbuße sein, aber auch ein längerfristiges Auftrittsverbot wird für möglich gehalten.

Weitere Informationen folgen.

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