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Kultur 16.02.2026, 17:42

Theateraufführung in Bochum löst gewalttätige Reaktionen aus

Bei der deutschen Premiere von Tiago Rodrigues' Stück 'Catarina' in Bochum griffen Zuschauer den Schauspieler Ole Lagerpusch an.

Wichtige Fakten

  • Bei der deutschen Premiere von Tiago Rodrigues' Stück 'Catarina' in Bochum griffen Zuschauer den Schauspieler Ole Lagerpusch an.
  • Das Stück thematisiert die jährliche Entführung und Hinrichtung eines 'Faschisten' durch eine Familie.
  • Zuschauer bewarfen Lagerpusch mit Obst und zwei Personen versuchten, ihn von der Bühne zu zerren.
  • Die Regisseurin Mateja Koležnik bezeichnete den Vorfall als 'völlig inakzeptabel' und schockierend.
  • Das Theater erhöhte nach dem Vorfall die Sicherheitsmaßnahmen für weitere Vorstellungen.

Zuschauer greifen Schauspieler bei Theaterpremiere an

Bei der deutschen Premiere des portugiesischen Stücks 'Catarina, or the Beauty of Killing Fascists' von Tiago Rodrigues im Bochumer Schauspielhaus kam es am Wochenende zu gewalttätigen Szenen. Während der 15-minütigen Schlussmonolog des Schauspielers Ole Lagerpusch, der einen rechtsextremen Funktionär spielte, wurde er von Teilen des Publikums ausgebuht, mit Obst beworfen und es gab einen versuchten Bühnensturm. Laut Theatersprecher Alexander Kruse versuchten zwei Zuschauer, den Schauspieler von der Bühne zu zerren, was verhindert werden konnte. Die Regisseurin Mateja Koležnik zeigte sich schockiert über die 'Dummheit' und Brutalität des Angriffs.

Das provokative Stück und seine Rezeption

Das preisgekrönte Stück aus dem Jahr 2020 erzählt von einer Familie, die jährlich einen 'Faschisten' entführt und hinrichtet, um den Mord an der Widerstandskämpferin Catarina Eufémia zu rächen. Es thematisiert generationenübergreifende Konflikte über den Einsatz von Gewalt zur Verteidigung der Demokratie. Die Kritikerin Christoph Ohrem vom WDR befand, das Stück nehme die Zuschauer aus ihrer Komfortzone und löse intensive Reaktionen aus. Einige Zuschauer zeigten sich auf der Instagram-Seite des Theaters schockiert über den respektlosen Umgang mit dem Schauspieler.

Folgen und Reaktionen

Nach dem Vorfall erhöhte das Theater die Sicherheitsmaßnahmen für weitere Vorstellungen, die ohne Zwischenfälle verliefen. Die Regisseurin Koležnik betonte, ihr Ziel sei nicht gewesen, das liberale Publikum zu beruhigen, sondern es zu verunsichern, indem sie zeige, dass der nächste Faschismus von 'normalen, netten Menschen' ausgehen könnte. Kritiker Martin Krumbholz kritisierte Teile des Bochumer Publikums dafür, nicht zwischen Fiktion und Realität unterscheiden zu können.

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