Tödliche Gewalt gegen Jugendliche: Zwei Fälle staatlicher Eskalation
Wichtige Fakten
- • Ein 14-jähriger Palästinenser wurde im Westjordanland von israelischen Soldaten aus nächster Nähe erschossen.
- • Die IDF blockierte Rettungskräfte und ließ den Jungen 45 Minuten lang unbehandelt liegen.
- • In Nepal wurden 19 Menschen, darunter ein 17-jähriger Schüler, bei Protesten von Polizeikräften erschossen.
- • Der ehemalige Polizeichef Nepals gab den Schießbefehl nach Eskalation der Demonstrationen.
- • Beide Fälle werden durch umfangreiches Videomaterial und Zeugenaussagen dokumentiert.
Ein palästinensischer Jugendlicher stirbt im Westjordanland
Im November wurde der 14-jährige Jad Jadallah im Flüchtlingslager al-Far'a im besetzten Westjordanland von israelischen Soldaten aus kurzer Distanz erschossen. Laut von der BBC verifiziertem Videomaterial und Zeugenaussagen standen mindestens 14 Soldaten etwa 45 Minuten lang um den schwerverletzten Jungen, ohne lebensrettende Hilfe zu leisten. Zwei palästinensische Rettungswagen wurden gewaltsam am Zugang gehindert. Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) behaupten, Jad habe einen Stein geworfen und „erste medizinische Behandlung“ erhalten, verweigern jedoch die Herausgabe des Leichnams und detaillierte Angaben zu den Verletzungen. Videoaufnahmen legen nahe, dass ein Soldat einen Gegenstand neben den Verletzten legte, was Menschenrechtsgruppen als Versuch werten, den Schusswaffengebrauch nachträglich zu rechtfertigen.
Nepal: Tödliche Schüsse auf junge Demonstranten
Bei Protesten gegen Korruption in Kathmandu am 8. September erschoss die nepalesische Polizei 19 Menschen, darunter den 17-jährigen Schüler Shreeyam Chaulagain. Eine BBC-Recherche belegt, dass der damalige Polizeichef Chandra Kuber Khapung den Schießbefehl erteilte, nachdem Wasserwerfer und Gummigeschosse die Menge nicht zerstreut hatten. Die Demonstranten, überwiegend Jugendliche, hatten sich über soziale Medien organisiert und erreichten unerwartet die Tore des Parlaments. Obwohl ein Ausgangsverbot verhängt wurde, eskalierte die Situation. Videoaufnahmen zeigen, dass Chaulagain friedlich die Szene verließ, als er von hinten in den Kopf getroffen wurde. Die Ereignisse führten zum Rücktritt der Regierung, doch bislang wurde niemand zur Verantwortung gezogen.
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