Toxische Energiepolitik gefährdet Ausbau der Erneuerbaren
Wichtige Fakten
- • Energiegipfel zeigt dreifache Herausforderung: EEG-Reform, Netzpaket und Netzentgelt-Reform.
- • Alle 16 Energieminister der Länder lehnen die Reformpläne ab.
- • Streichung der EEG-Vergütung für kleine Solaranlagen geplant.
- • Energy Sharing seit Juni möglich, aber wirtschaftlich unattraktiv.
- • Aleppo: Dezentrale Solarenergie versorgt ganze Stadtviertel.
In der Kalenderwoche 16 kritisiert Carolin Dähling von der Energiegenossenschaft Green Planet Energy eine toxische Energiepolitik. Der Netzgipfel des BEE und BWE zeigte eine dreifache Herausforderung: die EEG-Reform mit einem geplanten Stopp der Vergütung für kleine Solaranlagen, ein Netzpaket, das den Erneuerbaren-Ausbau stoppen könnte, sowie die Reform der Netzentgelte durch die Bundesnetzagentur, die künftig alle Kraftwerke für den Netzanschluss zahlen lassen soll. Dähling bezeichnet diese Maßnahmen als nicht aufeinander abgestimmt und sich negativ verstärkend. Besonders kritisch sei der sogenannte Redispatch-Vorbehalt im Netzpaket, der Unsicherheit für Investitionen schaffe.
Die solardebatte sei „total verdreht“: Photovoltaik sei die günstigste Erzeugungsform und ein zentraler Baustein für ein flexibles Energiesystem. Ohne die Abschaffung der Vergütung sollten zunächst Voraussetzungen wie flächendeckende Smart Meter geschaffen werden. Energy Sharing, seit 1. Juni möglich, leide unter vollen Netzentgelten und mangelnder Ausrüstung der Verteilnetze. Dähling fordert einfache, schnelle Prozesse auf Basis vorhandener Standards. Ihr Überraschung der Woche war ein Foto aus Aleppo, wo Solarmodule auf fast jedem Haus für ein dezentrales Energiesystem sorgen.
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