Erneut Bootsunglück vor Libyen: 53 Tote oder Vermisste auf der zentralen Mittelmeerroute
Wichtige Fakten
- • Ein Schlauchboot mit 55 Menschen kenterte am 5. Februar 2026 nördlich von Zuwara nach Wassereinbruch; 53 sind tot oder vermisst.
- • Nur zwei nigerianische Frauen überlebten; eine verlor ihren Ehemann, die andere ihre beiden Babys. Sie erhielten medizinische Notversorgung von der IOM.
- • Das Boot startete in der Nacht zum Freitag von Al-Zawiya und sank nach etwa sechs Stunden Fahrt auf der zentralen Mittelmeerroute.
- • Die IOM meldet für 2026 bereits 484 Tote oder Vermisste auf dieser Route; im gesamten Jahr 2025 waren es über 1.300 Menschen.
- • Seit 2014 sind nach IOM-Angaben über 33.000 Migranten im Mittelmeer gestorben oder verschwunden, was die Route extrem gefährlich macht.
Bootsunglück vor der libyschen Küste
Am Freitag, dem 5. Februar 2026, ereignete sich vor der libyschen Küste ein schweres Bootsunglück, bei dem 53 Flüchtlinge ums Leben kamen oder vermisst werden. Ein überfülltes Schlauchboot mit 55 Menschen kenterte nördlich von Zuwara im Mittelmeer, nachdem Wasser eingedrungen war, wie die Internationale Organisation für Migration (IOM) mitteilte. Nur zwei nigerianische Frauen überlebten das Unglück; eine von ihnen verlor ihren Ehemann, die andere ihre beiden Babys. Libysche Behörden retteten die Überlebenden, und IOM-Teams leisteten ihnen nach der Ankunft medizinische Notversorgung.
Hintergrund und aktuelle Zahlen
Das Boot war in der Nacht zum Freitag von Al-Zawiya gestartet und sank nach etwa sechs Stunden Fahrt. Die IOM wies darauf hin, dass die Zahl der Todesopfer auf der zentralen Mittelmeerroute im Jahr 2026 bereits auf 484 gestiegen ist, während im gesamten Jahr 2025 über 1.300 Menschen ums Leben kamen oder vermisst wurden. Die tatsächlichen Zahlen dürften jedoch noch höher liegen. Seit 2014 sind nach Angaben der IOM mehr als 33.000 Migranten im Mittelmeer gestorben oder verschwunden, was diese Route zu einer der gefährlichsten weltweit macht. Libyen bleibt seit dem Sturz von Muammar al-Gaddafi 2011 ein wichtiges Transitland für Flüchtlinge aus Afrika und dem Nahen Osten, wobei Schleusernetzwerke die instabile Lage ausnutzen und Menschen auf lebensgefährliche Überfahrten in seeuntüchtigen Booten schicken.
Internationale Reaktionen und Forderungen
Die IOM und die Europäische Kommission fordern verstärkte internationale Anstrengungen, um diese Netzwerke zu bekämpfen und legale Migrationswege zu schaffen, um weitere Tragödien zu verhindern. Ein Sprecher der Europäischen Kommission betonte, dass diese tragischen Ereignisse die Notwendigkeit unterstreichen, die gemeinsamen Bemühungen mit Partnern wie Libyen zu intensivieren, um gefährliche Reisen zu verhindern und kriminelle Schleusernetze zu bekämpfen. Trotz eines Rückgangs der irregulären Migration in die EU im Jahr 2025 bleibt die Überfahrt über das Mittelmeer eine hohe Gefahr, insbesondere bei rauen Wetterbedingungen, wie die IOM in einer aktuellen Stellungnahme hervorhob.
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