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International 04.02.2026, 07:35 Aktualisiert: 04.02.2026, 23:12

Ermordung von Saif al-Islam Gaddafi und die geopolitischen Folgen in Libyen

Saif al-Islam Gaddafi wurde von vier maskierten Männern in seiner Residenz in Zintan erschossen.

Wichtige Fakten

  • Saif al-Islam Gaddafi wurde von vier maskierten Männern in seiner Residenz in Zintan erschossen.
  • Der Internationale Strafgerichtshof hatte einen Haftbefehl gegen Saif al-Islam wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausgestellt.
  • Saif al-Islam Gaddafi saß nach dem Sturz seines Vaters sechs Jahre im Gefängnis.
  • Libyen ist faktisch zweigeteilt und wird von zwei konkurrierenden Regierungen regiert.
  • Saif al-Islam versuchte 2021 für die Präsidentschaft zu kandidieren, was umstritten war.
  • Die libysche Staatsanwaltschaft ermittelt zur Erschießung von Saif al-Islam Gaddafi.
  • Der UN-unterstützte Premierminister Dbeibeh ist interimistisch im Amt, obwohl die Wahlprozesse 2021 scheiterten.
  • Es gibt starke Nostalgie für die stabilere Vergangenheit unter Gaddafi, die Saif für einige repräsentierte.
Saif al-Islam Gaddafi, der zweitälteste Sohn des gestürzten libyschen Diktators Muammar al-Gaddafi, wurde in seiner Residenz in Zintan von vier maskierten Männern erschossen. Diese tragische Ermordung bringt Libyen erneut in den Fokus von Spannungen und Gewalt. Saif al-Islam, der als Vermittler mit dem Westen galt und in den 2000er Jahren für das Regime seines Vaters Verhandlungen führte, unterstützte 2011 die brutale Niederschlagung der Proteste. Nach dem Sturz seines Vaters verbrachte er sechs Jahre in Haft und strebte nach seiner Freilassung ein Comeback als politische Figur an. Seine umstrittene Kandidatur für die Präsidentschaftswahlen 2021 konnte jedoch nicht umgesetzt werden. Gaddafi wurde von manchen als Hoffnungsträger für eine Rückkehr zu einer stabileren Vergangenheit betrachtet. Sein Tod wirft einen Schatten auf potenzielle Entwicklungen in Libyen, da er als Bedrohung für die aktuelle Elite angesehen wurde. Die libysche Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet, doch Zweifel bestehen, ob die UN-unterstützte Regierung in Tripolis in der Lage ist, eine unparteiische Untersuchung durchzuführen. Die Spaltung zwischen der westlichen Regierung und dem autoritären Osten unter Khalifa Haftar bleibt bestehen. Saif al-Islam Gaddafis Ermordung könnte auch Auswirkungen auf internationale Gerechtigkeitsfragen haben, da er der letzte war, der von einem internationalen Haftbefehl der Strafgerichtshofs betroffen war. Wie Libyen mit der Aufklärung dieses Verbrechens umgeht, wird die politischen Weichen für die Zukunft des Landes beeinflussen.

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