Trump droht weiter mit Blockade der Gordie-Howe-Brücke im Handelsstreit mit Kanada
Wichtige Fakten
- • Die Gordie-Howe-Brücke verbindet Detroit (USA) und Windsor (Kanada) über den Detroit River.
- • Kanada finanziert die Baukosten von ca. 6,4 Mrd. CAD und plant Refinanzierung durch Mautgebühren.
- • Trump fordert mindestens 50% US-Eigentum an der Brücke und wirft Kanada unfaire Behandlung vor.
- • Die Drohung folgt auf Kanadas Handelsannäherung an China, die Trump scharf kritisiert.
- • Die Brücke sollte noch 2026 eröffnet werden und ist ein wichtiges Handelsprojekt.
Eskalation im Handelskonflikt
US-Präsident Donald Trump hat mit der Blockade der fast fertigen Gordie-Howe-International-Brücke zwischen den USA und Kanada gedroht. Er will die für dieses Jahr geplante Eröffnung verhindern, bis Kanada die Vereinigten Staaten mit "Fairness und Respekt" behandle und die USA mindestens zur Hälfte Eigentümer der Brücke würden. Die sechsspurige Brücke über den Detroit River verbindet Detroit in Michigan mit Windsor in Ontario und soll auch von Fußgängern und Radfahrern genutzt werden.
Hintergrund und Reaktionen
Kanada finanziert nach eigenen Angaben die Baukosten in Höhe von etwa 6,4 Milliarden kanadischen Dollar und plant, diese durch Mautgebühren zu refinanzieren. Trump warf Kanada vor, beim Bau keine amerikanischen Produkte wie Stahl verwendet zu haben. Die Drohung folgt auf die jüngste Handelsannäherung Kanadas an China unter Premierminister Mark Carney, die Trump scharf kritisiert. Demokratische Politiker aus Michigan wie Senatorin Elissa Slotkin warnten, eine Blockade würde höhere Kosten für Unternehmen, unsichere Lieferketten und Arbeitsplatzverluste bedeuten.
Widersprüchliche Positionen und neue Entwicklungen
Trump hatte die Brücke 2017 in einer gemeinsamen Erklärung mit dem damaligen kanadischen Premierminister Justin Trudeau noch als "wichtigen wirtschaftlichen Link" zwischen beiden Ländern gelobt. In seinem jüngsten Beitrag auf seiner Plattform Truth Social machte er jedoch auch bizarre Aussagen, wonach China im Zuge eines Handelsabkommens mit Kanada alle Eishockeyaktivitäten und den Stanley Cup abschaffen würde. Die kanadische Regierung und die zuständige Brückenbehörde haben sich zu den Drohungen bisher nicht öffentlich geäußert.
Kontext des Handelsstreits
Die Eskalation folgt auf eine Reihe von Handelsmaßnahmen Trumps gegen Kanada, darunter erhöhte Zölle und die Androhung eines 100-prozentigen Zollsatzes auf kanadische Waren, falls das Land sein Handelsabkommen mit China umsetzt. Kanada hat in den vergangenen Monaten mehrere Handels- und Sicherheitsverträge geschlossen, darunter auch mit China, wo Zölle auf bestimmte Produkte gegenseitig reduziert wurden. Premierminister Carney betonte beim Weltwirtschaftsforum in Davos die Notwendigkeit für Mittelmächte, sich zusammenzuschließen, um nicht zwischen den USA und China zerrieben zu werden.
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