UEFA bleibt hart: FiFA-Präsident Infantino trotzt Kritik
Wichtige Fakten
- • UEFA bekräftigt Kritik an Infantino nach Treffen in Marokko.
- • Conmebol, CAF und Argentinien unterstützen Infantino.
- • UEFA erwägt Boykott der Fußball-WM.
- • Infantino will bei Präsidentschaftswahl 2025 erneut kandidieren.
- • Kritiker fordern Rücktritt oder Gegenkandidaten.
Hintergrund und Beschlüsse
Die UEFA hat ihre Position im Machtkampf mit der FIFA und deren Präsidenten Gianni Infantino bekräftigt. Die geplante Gründung der "FIFA Forward Enterprise" (FFE), über die private Investoren Anteile an Turnieren wie der WM kaufen sollten, wurde zwar gestoppt, doch die Europäer sehen weiterhin keinen Anlass für Entspannung. UEFA-Generalsekretär Theodore Theodoridis erklärte am Donnerstag, die jüngsten Aussagen von FIFA-Vertretern hätten an der fehlenden Zustimmung Europas nichts geändert. Die Initiative, finanzielle Mittel durch private Investmentfonds zu generieren, sei eine "Hinterzimmer-Aktion" gewesen, die das Vertrauen in den Weltverband nachhaltig beschädigt habe. Auch der englische Fußballverband FA hat seinen Rückhalt für Infantino aufgekündigt.
Infantinos Verteidigung und Unterstützung
Infantino verteidigte seinen Plan in einer außerordentlichen Sitzung in Marokko, die zahlreiche Vertreter der Mitgliedsverbände anlockte. Er betonte, man wolle die weltweite Wettbewerbsfähigkeit der FIFA-Termine sichern und die Erlöse für die Entwicklung des Fußballs nutzen. Unterstützung erhielt er dabei vom südamerikanischen Verband CONMEBOL und dem afrikanischen Fußballverband. Beide riefen die FIFA-Mitglieder zur Geschlossenheit auf. Auch die Verbände der WM-Gastgeber 2026 und andere betonten, sie stünden eindeutig hinter dem amtierenden Präsidenten. Beobachter werten dies als Zeichen, dass Infantino trotz des Eklats mit Rückhalt aus verschiedenen Regionen rechnen kann.
Spannungen und Diskussionen
Der Streit überschattet die turnusgemäßen Treffen. In den informellen Gesprächen in Zagreb sprachen mehrere Vertreter von tiefen Differenzen innerhalb der FIFA-Familie. Einige nationale Verbände – insbesondere aus Europa – schlossen einen vorübergehenden Rückzug von internationalen Turnieren nicht mehr aus, sollte es zu einem als undemokratisch empfundenen Führungsstil kommen. Für die Fußballverbände der Welt ist der Zeitpunkt heikel, da in wenigen Monaten über den WM-Zuschlag 2034 und mögliche Reformen auf dem FIFA-Kongress abgestimmt wird. Der Skandal ist daher mehr als nur ein Personalstreit; es geht um die Zukunft der weltweiten Fußballregulierung und die Verteilungslogik des Milliardengeschäfts.
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