UK zahlt Frankreich 660 Millionen Pfund für verstärkte Grenzkontrollen im Ärmelkanal
Wichtige Fakten
- • Dreijahresvertrag über 660 Mio. Pfund für Grenzsicherung wird am Donnerstag unterzeichnet.
- • 1100 Beamte, darunter 50 Riot-Polizisten, sollen an französischen Stränden eingesetzt werden.
- • Zwei neue Helikopter, Drohnen und Kamerasysteme sollen Schleuser aufspüren.
- • Bis zu 110 Mio. Pfund könnten bei mangelnden Erfolgen zurückgehalten werden.
- • 2025 kamen 41.472 Menschen per Boot nach Großbritannien, 2026 bisher über 6000.
Neues Abkommen zur Grenzsicherung
Großbritannien und Frankreich haben ein neues dreijähriges Abkommen im Wert von 660 Millionen Pfund vereinbart, um illegale Migration über den Ärmelkanal einzudämmen. Das Abkommen, das am Donnerstag von Innenministerin Shabana Mahmood unterzeichnet werden soll, sieht den Einsatz von 1100 Polizei-, Geheimdienst- und Militärbeamten in Nordfrankreich vor – eine Steigerung von 40% gegenüber der vorherigen Vereinbarung. Dazu gehören 50 speziell in Aufruhr- und Menschenmengenkontrolle ausgebildete Polizisten, die mit Schlagstöcken, Schilden und Tränengas ausgestattet werden sollen, um gewaltsame Versuche, Boote zu besteigen, zu unterbinden.
Technologie und Konditionen
Die Finanzierung umfasst auch zwei neue Helikopter, Drohnen und ein Kamerasystem zur Verfolgung von Schleusern und Migranten. Etwa 500 Millionen Pfund sind für verstärkte Maßnahmen an Stränden vorgesehen, während 160 Millionen Pfund für neue Ansätze reserviert sind. Erstmals könnte ein Teil der Mittel – bis zu 110 Millionen Pfund – nach einem Jahr zurückgehalten werden, wenn die französischen Behörden nicht genug Überquerungen verhindern. Dies wird als erstes 'zahlungsbasiertes Ergebnis'-Programm im Kanal bezeichnet. Die vorherige Vereinbarung von 2023 über 476 Millionen Pfund lief im März aus.
Politische und humanitäre Kritik
Konservative und Reform UK kritisieren das Abkommen als zu nachgiebig und fordern den Austritt aus der Europäischen Menschenrechtskonvention, um Überquerungen zu stoppen. Menschenrechtsorganisationen wie die Refugee Council warnen, dass Polizeimaßnahmen allein die Ursachen nicht bekämpfen und gefährliche Überfahrten forcieren, da es keine sicheren Routen gibt. Seit 2025 kamen über 41.000 Menschen per Boot nach Großbritannien, wobei die Zahlen 2026 bisher rückläufig sind. Ein paralleles 'One-in-One-out'-Abkommen ermöglichte seit August 2025 die Rückführung von 305 Personen nach Frankreich.
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