Ukraine: Flucht über die Donau – Zwischen Pflicht und Freiheit
Wichtige Fakten
- • Ende 2025: ca. 70.000 illegale Grenzübertritte von Männern (18-60).
- • Grenzschützer Andrij patrouilliert auf der Donau bei Ismajil.
- • Wolodymyr Korenejew floh nach 30 Tagen aus Militärausbildung.
- • Er schneidet heute in Warschau Haare.
- • Donau: 600 m breit, starke Strömung, Flucht gefährlich.
Grenzschutz an der Donau
Im Süden der Ukraine, nahe der Stadt Ismajil, patrouilliert der Grenzschützer Andrij auf der Donau. Immer wieder versuchen wehrpflichtige Männer, über den Fluss nach Rumänien und damit in die EU zu gelangen – mit Booten, Wasserscootern oder sogar schwimmend. Die Strömung ist tückisch, und die Flucht endet nicht selten im Unglück. Offiziellen Schätzungen zufolge haben seit 2022 rund 70.000 Männer im Alter von 18 bis 60 Jahren die Ukraine illegal verlassen.
Ein Flüchtling erzählt
Der Friseur Wolodymyr Korenejew half zu Kriegsbeginn freiwillig an der Front, schnitt Soldaten die Haare. 2025 eingezogen, desertierte er nach 30 Tagen und floh über Rumänien nach Polen. In Warschau arbeitet er wieder als Friseur. Er fühle sich als Verräter, habe aber Angst vor dem Militär: „Wenn du in die Armee kommst, gehörst du nicht mehr dir selbst.“ Viele Kameraden hätten Verständnis gezeigt.
Zwischen Pflicht und Gewissen
Grenzschützer Andrij, selbst Vertriebener aus Mariupol, zeigt Verständnis für die Flüchtenden, betont aber: „Ein Verstoß ist ein Verstoß.“ Für die Ukraine ist die Frage, wer bleibt, wer geht und wer kämpft, längst existenziell geworden.
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