Ukrainische Kriegsgefangene: Zwischen den Fronten - Wenn eigene Bürger für Russland kämpfen
Wichtige Fakten
- • Britische BBC besuchte ein Kriegsgefangenenlager in der Ukraine.
- • Gefangene stammen aus besetzten Gebieten und russischen Großstädten.
- • Inhaftierte Ukrainer sehen sich als Russen, verteidigen ihre Entscheidung.
- • Einige wurden gezwungen, für Moskau zu kämpfen, andere wegen Schulden.
- • Kiews Austauschprogramm bevorzugt russische Gefangene, Ukrainer zuletzt.
Kriegsgefangenenlager in der Ukraine
Im Westen der Ukraine befindet sich ein Kriegsgefangenenlager, das Männer beherbergt, die auf russischer Seite kämpften. Viele stammen aus besetzten Gebieten der Ostukraine oder aus russischen Großstädten. Britische Journalisten sprachen mit Insassen und zeichnen ein komplexes Bild von Identitäten und Motivationen hinter dem Konflikt.
Ukrainer im Russland-Dienst
Besonders brisant: Auch Männer mit ukrainischer Staatsbürgerschaft sind hier inhaftiert. Sie wurden von Russland rekrutiert, teils freiwillig, teils gezwungen. Anton, aufgewachsen im besetzten Donezk, sagt, er habe ‚sein Land verteidigt‘ und betrachtet sich selbst als Russen. Eine offizielle Schätzung spricht von über 50.000 zwangsrekrutierten Ukrainern. Manche berichten, nur wegen der hohen Geldprämie oder einer verkürzten Haftstrafe eingetreten zu sein.
Bitterkeit und Ernüchterung
Die einstigen Kämpfer zeigen sich oft ernüchtert: unvollständige Antrittszahlungen, mangelnde Fürsorge und die Realität des Krieges haben ihre Hoffnungen gedämpft. Sowohl russifizierte als auch ukrainische Gefangene äußern den Wunsch nach einem Ende des Konflikts. Ihre Priorität ist jedoch die sichere Rückkehr in ihre Heimat, wobei Moskau offenbar kein dringliches Interesse am Austausch der ukrainischen Gefangenen hat – zu denen trotzdem ihre Familien hoffen.
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