UN unterbricht Evakuierung aus der Straße von Hormus nach Angriff auf Frachter
Wichtige Fakten
- • UN pausiert Evakuierung von Seeleuten aus der Straße von Hormus.
- • Ein Frachter wurde vor der Küste Omans von einem Projektil getroffen.
- • Iran warnt vor Nutzung nicht genehmigter Routen.
- • Ölpreis fällt kurzzeitig unter Vorkriegsniveau.
- • Iranische Revolutionsgarden lehnen UN-Routen ab.
Hintergrund
Die Internationale Seeschifffahrtsorganisation (IMO) der UN hat die geplante Evakuierung von über 11.000 Seeleuten aus der Straße von Hormus pausiert, nachdem ein Frachter am Donnerstag von einem unbekannten Projektil getroffen wurde. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der britischen Seesicherheitsbehörde UKMTO vor der Küste Omans. Das getroffene Schiff, der unter singapurischer Flagge fahrende Frachter "Ever Lovely", setzte seine Fahrt trotz des Angriffs fort, es gab keine Verletzten. Die IMO will erst wieder Evakuierungen durchführen, wenn notwendige Sicherheitsgarantien bestätigt sind.
Reaktionen
Die iranische Behörde für die Straße von Hormus erklärte, dass Schiffe, die nicht die von Iran genehmigten Routen nutzen, nicht garantiert sicher durchkommen. Die iranischen Revolutionsgarden wiesen die von der IMO und Oman vorgeschlagenen Evakuierungsrouten zurück und bezeichneten sie als "inakzeptabel und völlig gefährlich". Iran besteht darauf, dass die Koordinierung mit seiner Marine für jede Durchfahrt obligatorisch sei. US-Außenminister Marco Rubio warnte unterdessen vor der Erhebung von Gebühren für die Durchfahrt und nannte die Meerenge eine "internationale Wasserstraße".
Wirtschaftliche Auswirkungen
Die Unsicherheit in der Straße von Hormus beeinflusst den Ölpreis, der am Donnerstag kurzzeitig unter das Vorkriegsniveau von 72,48 Dollar pro Barrel fiel, bevor er wieder leicht anstieg. Die Schifffahrt hatte sich zuletzt etwas erholt: 125 Schiffe durchquerten die Meerenge in der vergangenen Woche, gegenüber 33 in der Woche zuvor. Dennoch liegt die Zahl noch weit unter dem Vorkriegsniveau von 130 Schiffen pro Tag. Die USA und Iran führen derzeit Verhandlungen über ein Interimsabkommen, das unter anderem die Sicherheit in der Straße regeln soll.
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