UniCredit-Chef Orcel: Der „Hai der Finanzwelt“ auf dem Weg zur Commerzbank-Übernahme
Wichtige Fakten
- • UniCredit hält 44% an Commerzbank nach Übernahmeofferte.
- • Andrea Orcel will eine paneuropäische Großbank schmieden.
- • Orcel wird als polarisierend und entschlossen beschrieben.
- • Commerzbank-Chefin und Bund lehnen Übernahme ab.
- • Orcel sieht Milliardeneinsparungen und 7.000 Stellenabbau.
Annäherung an die Übernahme
Die italienische Großbank UniCredit hat sich mit einem Aktientauschangebot mehr als 44 Prozent an der Commerzbank gesichert. Zusammen mit Kaufoptionen und weiteren Finanzinstrumenten kommt sie auf einen Anteil von 47,59 Prozent, wie die Mailänder Bank mitteilte. UniCredit-Chef Andrea Orcel treibt die Übernahme seit Monaten voran; das Angebot sei nach eigenen Angaben deutlich über den Erwartungen ausgefallen. Allerdings müssen noch die Europäische Zentralbank und die EU-Kommission zustimmen, zudem lehnen Commerzbank-Führung und der Bund die Übernahme ab. Orcel plant eine europäische Großbank mit Milliardeneinsparungen und dem Abbau von 7.000 Stellen.
Porträt eines polarisierenden Bankers
Andrea Orcel, 63, ist für seinen unbedingten Willen und sein selbstbewusstes Auftreten bekannt. Die Zeitschrift Fortune nennt ihn den „am meisten polarisierenden Banker Europas“, Capital bezeichnet ihn als „Hai der Finanzwelt“. Orcel begann seine Karriere nach einem Wirtschaftsstudium bei der Midland Bank in London, wurde später Dealspezialist bei Merrill Lynch und scheiterte als designierter Chef der Banco Santander an hohen Vergütungsforderungen. Seit 2021 führt er die UniCredit, die er erfolgreich saniert hat – wobei ein Teil der Sanierungsarbeit noch seinem Vorgänger zugeschrieben wird. Orcel sieht im Commerzbank-Deal nicht nur sein persönliches Prestige, sondern auch die Zukunft des europäischen Bankensystems gefährdet, das er für zu fragmentiert hält.
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