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Politik 06.05.2026, 13:13 Aktualisiert: 06.05.2026, 18:07

USA entziehen Journalisten Visa: Angriff auf Pressefreiheit in Costa Rica

US-Behörden entziehen fünf von sieben Vorstandsmitgliedern der Zeitung La Nación die Touristenvisa.

Wichtige Fakten

  • US-Behörden entziehen fünf von sieben Vorstandsmitgliedern der Zeitung La Nación die Touristenvisa.
  • La Nación berichtete kritisch über Präsident Rodrigo Chaves, einen Trump-Verbündeten.
  • Journalisten sehen einen indirekten Angriff auf die Pressefreiheit und einen Einschüchterungseffekt.
  • Auch Oppositionspolitiker und der Ex-Präsident Óscar Arias wurden bereits mit Visasperren belegt.
  • Analysten befürchten eine Ausweitung der Repression unter der neuen Präsidentin Laura Fernández.

USA entziehen Journalisten Visa

Das US-Außenministerium hat mehr als der Hälfte der Vorstandsmitglieder von Costa Ricas einflussreichster Tageszeitung La Nación die Touristenvisa entzogen. Der Schritt wird als indirekter Angriff auf die Pressefreiheit gewertet, da La Nación mehrfach kritisch über Präsident Rodrigo Chaves berichtete. Während seines Wahlkampfs 2022 veröffentlichte die Zeitung Enthüllungen zu Sexismusvorwürfen und illegaler Wahlkampffinanzierung, die Chaves bestreitet. Der Präsident, enger Verbündeter von Donald Trump, hatte La Nación bereits als „verabscheuungswürdige Presse“ bezeichnet und das Unternehmen wirtschaftlich unter Druck gesetzt.

Politische Einflussnahme auf Pressefreiheit

Experten sehen einen alarmierenden Präzedenzfall für unabhängige Medien. Der Koordinator des Observatoriums für amerikanische Politik an der Universität von Costa Rica warnt vor einem Frost-Effekt auf die Meinungsfreiheit. Tatsächlich reiht sich der Fall in eine Serie von Visumssanktionen gegen regierungskritische Personen: Ex-Präsident und Friedensnobelpreisträger Óscar Arias, sein Bruder, der Parlamentspräsident, sowie Oppositionspolitiker wurden bereits von der Einreise in die USA ausgeschlossen.

Befürchtungen unter neuer Führung

Präsident Chaves wird diese Woche durch seine designierte Nachfolgerin Laura Fernández abgelöst. Analysten in San José erwarten eine Fortsetzung des harten Kurses gegen die Presse. Ein ehemaliger Minister fürchtet, dass bald Abgeordnete und Universitätsrektoren ins Visier der Einreisesperren geraten könnten.

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