USA und Südkorea verkürzen Militärübung: Eskalation oder Annäherung?
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Wichtige Fakten
- • Die USA und Südkorea beenden die Übung Ulchi Freedom Shield am 21. August, sechs Tage früher als geplant.
- • US-Präsident Trump ordnete die Reduzierung an, nannte aber keine offizielle Begründung.
- • Südkoreas Außenminister Cho Hyun sagte, weder Regierung noch Militär seien vorab informiert worden.
- • Experten sehen eine mögliche Schwächung der Abschreckung und stärkere Rufe nach eigener nuklearer Abschreckung in Südkorea.
Schnelles Ende für Ulchi Freedom Shield
Die USA und Südkorea haben ihre gemeinsame Militärübung Ulchi Freedom Shield deutlich verkürzt. Die Übung, die am Montag begann, endet nun bereits am Freitag, den 21. August, statt wie geplant am 27. August. Das bestätigte das südkoreanische Verteidigungsministerium. Die Feldtrainingsübungen werden ebenfalls teilweise reduziert. Eine offizielle Begründung für die Verkürzung gibt es nicht, doch US-Präsident Donald Trump hatte bereits am Sonntag auf Truth Social angeordnet, die amerikanische Beteiligung zurückzufahren. Zur Begründung verwies er auf seine guten Beziehungen zu Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sowie auf die Weigerung Südkoreas, sich am US-Krieg gegen den Iran zu beteiligen.
Unmut in Seoul über mangelnde Absprache
In Südkorea sorgte der Schritt für erhebliche Irritationen. Wie Außenminister Cho Hyun bestätigte, waren weder die Regierung noch US-Vertreter vorab über Trumps Anordnung informiert. Cho nannte die Einschränkung des Manövers ein Druckmittel der USA, um Südkorea zur Unterstützung im Iran-Konflikt zu bewegen und Investitionen voranzutreiben. Analysen des staatlichen Rundfunks KBS zufolge wurden die geplanten Gegenoffensiv-Übungen komplett gestrichen. Die konservative Opposition sprach von einem Sicherheitsdesaster, während linke Zeitungen nur die Art der Kommunikation bemängelten.
Bündnis unter Druck
Militärexperten warnen, die Verkürzung könnte die gemeinsame Einsatzbereitschaft untergraben und das seit dem Koreakrieg bestehende Bündnis langfristig schwächen. Gleichzeitig stärkt sie die Forderung nach einer unabhängigeren Verteidigung und sogar nach eigenen Atomwaffen in Südkorea. Nordkorea feuerte kurz vor Beginn der Übung erneut Raktenabtests ab und kritisierte das Manöver als Invasionsvorbereitung. Parallel dazu mehren sich Berichte, dass ein Treffen zwischen Trump und Kim im Herbst geplant sein könnte.
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