Venedig droht Umzug: Meeresspiegelanstieg zwingt zu radikalen Lösungen
Wichtige Fakten
- • Meeresspiegel stieg seit 150 Jahren um 30 cm.
- • Venedig sank im letzten Jahrhundert um 20 cm ab.
- • MOSE-Sperrwerk kostete über 6 Milliarden Euro.
- • Bei 1,8 m Anstieg wäre Venedig nicht haltbar.
- • Studie schätzt Umzugskosten auf bis zu 100 Milliarden Euro.
Der Klimawandel lässt den Meeresspiegel steigen und der Boden unter Venedig sinkt – eine Studie warnt, dass die Lagunenstadt irgendwann ins Landesinnere umziehen muss. Venedig liegt bereits jetzt nur knapp über dem Meeresspiegel, der rund 30 Zentimeter höher liegt als vor 150 Jahren. Seit 2020 schützt das MOSE-Sturmflutsperrwerk die Stadt vor Hochwasser, doch die Barrieren kosten jedes Hochfahren rund 200.000 Euro. Langfristig reichen sie womöglich nicht aus.
Die Ozeanografin Corinna Schrum betont, dass die europäischen Küsten weltweit bis zu einem Meter Anstieg bis Ende des Jahrhunderts verkraften müssen, je nach Emissionsentwicklung. Venedig ist besonders betroffen, da der sumpfige Untergrund zusätzlich absackt – ein ähnliches Problem wie in Jakarta, wo Hauptstadtverlegung angedacht wird. Die neue Studie in Scientific Reports stellt Szenarien vor: von ringförmigen Deichen (4,5 Milliarden Euro) über einen großen Damm (30 Milliarden) bis zum radikalen Umzug der gesamten Stadt nach 2300, der 100 Milliarden Euro kosten könnte.
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