Verfassungsschutz stellt Beobachtung von Scientology ein
Wichtige Fakten
- • Scientology-Beobachtung auf Bundesebene eingestellt.
- • Grund: neue Schwerpunkte wie AfD und Spionage.
- • Rund 3.600 Mitglieder in Deutschland.
- • Baden-Württemberg beendete Beobachtung bereits Anfang 2026.
- • Beobachtung begann 1997, keine Umsturzgefahr feststellbar.
Einstellung der Beobachtung
Der deutsche Verfassungsschutz hat nach Informationen von SWR und ARD-Hauptstadtstudio die planmäßige Beobachtung von Scientology eingestellt. Grund sind andere und größere Probleme wie die Beobachtung der AfD, russische Sabotage, chinesische Spionage und nordkoreanische Hacker. Das Bundesamt für Verfassungsschutz erklärte, Scientology habe in den letzten Jahren an Relevanz verloren, die Bearbeitung werde nicht länger als bundesweiter Phänomenbereich fortgeführt. Einzelne Personen und Gruppen könnten jedoch weiterhin im Blick behalten werden.
Hintergrund
Scientology tauchte 1970 in Deutschland auf, 1997 begann die Beobachtung. Die Sekte mit rund 3.600 Mitgliedern war jahrelang ein festes Kapitel in den Verfassungsschutzberichten, mit Schwerpunkten in Hamburg, Baden-Württemberg und Bayern. Trotz nachgewiesenem totalitären Charakter konnte eine Umsturzgefahr nie festgestellt werden. 1998 gab es einen diplomatischen Eklat mit der Schweiz wegen einer Festnahme eines deutschen Verfassungsschützers in Basel.
Widerstände und neuer Trend
Baden-Württemberg hatte die Beobachtung bereits Anfang 2026 aufgegeben. Scientology selbst steht nun im Fokus von „Speed-Runs“, bei denen Menschen durch ihre Geschäftsstellen rennen und Videos im Internet teilen. Das interessiert den Verfassungsschutz nicht mehr.
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