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Klima 20.08.2026, 02:05 Aktualisiert: 20.08.2026, 10:02

Wale erobern eisfreie Gewässer vor Ostgrönland

Zahl der Buckelwale vor Ostgrönland stieg von 0 (2006) auf 150 (2024).

Wichtige Fakten

  • Zahl der Buckelwale vor Ostgrönland stieg von 0 (2006) auf 150 (2024).
  • Im Sommer 2024 besuchten etwa 4.000 Buckel- und 6.000 Finnwale die Gegend.
  • Die Wale fressen bis zu 800.000 Tonnen Fisch und Krill pro Sommer.
  • Trotz Anpassungen der Bartenwale verlieren Narwale und Belugas Lebensraum.
  • Studie schätzt, dass die Eisveränderungen einen Paradigmenwechsel im Ökosystem bedeuten.

Eine entscheidende Veränderung

Vor der Küste Ostgrönlands hat sich ein bemerkenswertes Schauspiel entwickelt: Riesige Wale wie Buckel-, Finn- und Zwergwale nutzen zunehmend eisfreie Gewässer, die zuvor durch Meereis blockiert waren. Eine über Jahrzehnte angelegte Studie zeigt, dass diese Wale sich den veränderten Bedingungen anpassen und von ihnen profitieren. Seit 2006 wurden erstmals Buckelwale gesichtet, und bis 2024 stieg die Zahl der Sichtungen auf 150. Die Forscher führten 2015 und 2024 systematische Luftuntersuchungen durch und verfolgten 15 Satelliten-markierte Wale, um die sommerlichen „Fressorgien zu dokumentieren.

Massiver ökologischer Wandel

Schätzungen zufolge besuchten im Sommer 2024 etwa 4.000 Buckelwale, 6.000 Finnwale und 6.000 Zwergwale die Gegend, um sich an Fischen und Krill zu laben, die in die wärmeren Gewässer gewandert sind. Dies entspricht einer Futtermenge von mindestens 800.000 Tonnen pro Jahr. Professor Mads Peter Heide-Jørgensen vom Grönländischen Institut für Naturressourcen spricht von einem „radikalsten Wandel, den wir in der Subarktis kennen. Andere Wissenschaftler äußern jedoch Bedenken, dass dies nur eine Umsiedlung aus Westgrönland sein könnte, wo Wale gejagt werden.

Klimawandel als Chance und Risiko für die Arten

Die Studie beleuchtet das komplexe Verhältnis zwischen Klimawandel und Tierwelt: Während die opportunistischen Bartenwale von den neuen Bedingungen profitieren, sind andere Arten wie Narwale und Belugas bedroht, die ihren natürlichen Lebensraum verlieren. Heide-Jørgensen betont: „Für manche Arten eröffnet der Klimawandel Chancen, für andere bedeutet er den Verlust ihres Zuhauses. Die Ergebnisse der im Fachjournal Frontiers in Marine Science veröffentlichten Studie verdeutlichen, dass die Auswirkungen des Klimawandels je nach Art sehr unterschiedlich ausfallen können.

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