Wassermangel in Deutschland: Ernteausfälle und schrumpfende Grundwasserreserven
Wichtige Fakten
- • Kommunen verbieten Wasserentnahme aus Bächen; Bauern erleiden Ernteausfälle.
- • Grundwasserpegel in Baden-Württemberg nähern sich Rekordtiefs von 2018.
- • Niedrigwasser erhöht Schadstoffkonzentrationen in Flüssen durch Kläranlagen.
- • Auenökosysteme trocknen aus; Amphibien und Bäume sind besonders betroffen.
- • Experten fordern saisonale Wasserspeicherung und Dekarbonisierung.
Wassermangel bedroht Landwirtschaft
In Deutschland führt die anhaltende Trockenheit zu massiven Problemen in der Landwirtschaft. Landwirte wie Thomas Schmälzle in Schwaigern bei Heilbronn dürfen wegen behördlicher Verbote kein Wasser mehr aus Bächen entnehmen. Die Zwiebeln auf seinen Feldern erreichen nur einen Bruchteil ihrer normalen Größe. Auch andere Bauern berichten von vertrockneten Salatfeldern und verkümmerten Kartoffeln, was ihre Existenzgrundlage gefährdet. Laut Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg steuern die Grundwasserstände auf die Rekordtiefs von 2018 zu.
Auen und Gewässer leiden
Die anhaltende Dürre setzt auch den Ökosystemen zu. Christian Damm vom Karlsruher Institut für Technologie erklärt, dass austrocknende Auen Lebensräume für Amphibien, Fische und Vögel zerstören. Flüsse mit niedrigem Pegel führen zu höheren Schadstoffkonzentrationen aus Kläranlagen, da das Abwasser weniger verdünnt wird. Intakte Auen sind jedoch essenziell für Grundwasserbildung und Hochwasserschutz.
Fachleute fordern Wassermanagement
Um die Krise zu bewältigen, plädieren Experten für ein konsequentes Wassermanagement. Dazu gehören das Aufstauen von Gräben, die Vernässung von Wiesen und die Wiederverbindung alter Nebenarme. Manfred Kleidorfer von der Universität Innsbruck betont, dass Wasser länger in der Landschaft gehalten werden muss. Christian Damm ergänzt, dass letztlich nur die Dekarbonisierung das Wasserproblem dauerhaft lösen kann.
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