WMO-Bericht: Waldbrände erhöhen Feinstaub und Ozon
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Wichtige Fakten
- • Die Zahl der Brände mit starker Rauchentwicklung hat sich seit den 1990er-Jahren weltweit verdreifacht.
- • Zwischen 2010 und 2018 starben fast 100.000 Menschen zusätzlich an den Folgen von Waldbrandrauch.
- • Die WMO beziffert die wirtschaftlichen Schäden auf mindestens 36 Milliarden Euro.
- • WMO-Experte Lorenzo Labrador nennt Feinstaub aus Vegetation deutlich toxischer als Autoabgas.
- • Hitzewellen können zu zehntausenden zusätzlichen vorzeitigen Todesfällen durch Ozon führen.
Rauchbrände haben sich seit den 1990er-Jahren weltweit verdreifacht
Die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) hat in ihrem aktuellen Bericht zu Klima und Luftqualität dokumentiert, wie Waldbrände und Hitzewellen die Luftverschmutzung verschärfen. Die Zahl der Brände mit starker Rauchentwicklung hat sich seit den 1990er-Jahren weltweit verdreifacht. Allein zwischen 2010 und 2018 habe der Rauch konservativen Schätzungen zufolge fast 100.000 zusätzliche Todesfälle verursacht. Die wirtschaftlichen Schäden beziffert die WMO auf mindestens 36 Milliarden Euro.
PM2,5 aus Vegetation ist giftiger als aus Autoabgasen
Der Bericht untersucht besonders den gesundheitsschädlichen Feinstaub PM2,5 mit einem Durchmesser von weniger als 2,5 Mikrometern. Die Partikel gelangen beim Einatmen tief in die Lunge und den Blutkreislauf; sie können Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen wie Lungenkrebs auslösen. WMO-Experte Lorenzo Labrador erklärte, Feinstaub aus der Verbrennung von Vegetation sei deutlich toxischer als jener aus Autoabgasen. Der Wind transportiere die Partikel über weite Strecken und schädige auch Menschen und Tiere, die fernab der Brandherde leben.
Hitze treibt die Ozonbildung am Boden an
Hitzewellen erhöhen zusätzlich die bodennahe Ozonbelastung: Hohe Temperaturen und starke Sonneneinstrahlung begünstigen die Entstehung des Gases. Langfristig wird Ozon mit einer höheren Sterblichkeit durch Atemwegserkrankungen verbunden. Die WMO warnt vor zehntausenden zusätzlichen vorzeitigen Todesfällen. Während strengere Vorschriften in Europa und Nordamerika die Feinstaubemissionen aus Industrie und Verkehr senkten, sei die Belastung durch Brände dort zugleich gestiegen, hält die Organisation fest.
WMO fordert gemeinsame Strategie für Luft und Klima
Bisher werde die Wirkung von Bränden bei der Bewertung der Luftqualität kaum berücksichtigt, sagte Labrador. „Wenn sich das eine verschlechtert, verschlechtert sich auch das andere.“ Die WMO fordert, Luftqualität und Klimaschutz nicht getrennt zu behandeln. Hitzewellen und Waldbrände erschwerten die weltweiten Bemühungen um saubere Luft erheblich.
Wie dieser Artikel entstanden ist
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