Bundesregierung plant massive Wohngeldkürzungen: Kritik und Ängste wachsen
Wichtige Fakten
- • Bundesregierung plant Einsparungen von bis zu 2 Milliarden Euro beim Wohngeld.
- • Dreißig Prozent der Wohngeldhaushalte könnten künftig keine Leistungen erhalten; 2024 etwa 1,2 Millionen Haushalte.
- • Betroffen besonders: Alleinerziehende und Familien mit Kindern; 70% der Empfänger sind Haushalte mit Kindern.
- • Paritätischer Wohlfahrtsverband fordert Rücknahme der Pläne und verstärkte Regulierung der Mietpreise.
Kürzungspläne im Bundeshaushalt bedrohen Hunderttausende
Die Bundesregierung erwägt, beim Wohngeld Einsparungen in Höhe von 1,5 bis 2 Milliarden Euro vorzunehmen. Rund ein Drittel der aktuell etwa 1,2 Millionen Wohngeldhaushalte soll künftig keine Zahlungen mehr erhalten. Das Statistische Bundesamt gibt an, dass für 2024 etwa 70 Prozent dieser Haushalte mit Kindern leben – wodurch gerade Familien mit geringen Einkommen betroffen wären.
Experten warnen vor wachsender Armut
Der Paritätische Wohlfahrtsverband warnt vor einem deutlichen Anstieg der Armut, insbesondere bei Alleinerziehenden und kinderreichen Familien. Die geplanten Einsparungen betreffen nicht nur das Wohngeld, sondern risikoreich auch andere Leistungen wie Unterhaltsvorschuss und Sofortzuschläge. Die zuständige Amtsleitung beschrieb bereits konkrete Fälle, in denen Existenzängste spürbar sind – so fürchtet die alleinerziehende Sozialarbeiterin Jasmin Roob in Stuttgart, ohne staatliche Unterstützung ihre Miete nicht mehr zahlen zu können.
Wohnungsbaumängel als Ursache
Der Verband fordert daher, die Politik möge statt Kürzungsplänen die Mietpreisentwicklung stärker regulieren und bezahlbaren Wohnraum schaffen. Nur durch nachhaltige Ansätze ließen sich die Wohngeldkosten dauerhaft senken, heißt es in Stellungnahmen. Seit langem haben außer Kontrolle geratene Mieten in Ballungszentren die Ausgaben im Bereich Wohngeld steigen lassen.
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